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Radverkehr

Cottbus/Chóśebuz, eine Fahrradstadt – fast ein Viertel aller täglichen Wege legen die Bürgerinnen und Bürger mit dem Fahrrad zurück. Im Zuge der Mobilitätswende gewinnt der Radverkehr zunehmend an Bedeutung. Vor dem Hintergrund aktueller Klimaschutzziele, wachsender Anforderungen an nachhaltige und sichere Mobilitätsformen sowie dem steigenden Wunsch der Bevölkerung nach attraktiven und sicheren Radverkehrsverbindungen besteht Handlungsbedarf, die Radverkehrsinfrastruktur systematisch weiterzuentwickeln.

Radverkehrskonzept 2035+

Ziel

Ziel des Radverkehrskonzeptes ist die Entwicklung eines alltagstauglichen, sicheren und durchgängigen Radverkehrsnetzes für alle Altersgruppen. Die Rahmenbedingungen für den Radverkehr sollen insgesamt weiter verbessert werden, um den Radverkehrsanteil am Modal Split (prozentuale Verteilung des gesamten Verkehrsaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsmittelarten) weiter zu erhöhen.

Prozess und Beteiligung

Im Dezember 2022 wurde das Büro IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH mit der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes beauftragt. Es wurden mit einer umfassenden Analyse, Bestandsaufnahme und Befragungen die Grundlagen für das Leitbild und den Zielstellungen gelegt.

Das Radverkehrskonzept wurde unter breiter Beteiligung verschiedenster Akteure erarbeitet. Ein Facharbeitskreis mit Mitgliedern aus Fraktionen, Verbänden und Verwaltung tagte projektbegleitend. Neben der Analyse technischer Grundlagen und der Erhebung der Infrastruktur wurden Vertreterinnen und Vertreter der Politik, Verwaltung, Stadtgesellschaft sowie Bürgerinnen und Bürger während der Erarbeitungsphase systematisch eingebunden.

Eine abschließende Online‑Befragung ermöglichte es, zentrale Maßnahmen zu bewerten und zu priorisieren. Die vielfältigen Rückmeldungen flossen maßgeblich in die Konzeptentwicklung ein. Über eine Online-Plattform („Wegedetektiv“) konnten Bürgerinnen und Bürger ortsgenaue Hinweise einreichen – insgesamt gingen 641 Meldungen ein. Darüber hinaus fanden spezifische Beteiligungsformate wie ein Kinder-Workshop, ein öffentlicher Bürgerworkshop, die Einbindung der Ortsbeiräte sowie Informations- und Beteiligungsangebote bei Veranstaltungen wie der „Nacht der kreativen Köpfe“ statt.

Nach Abschluss des Erarbeitungsprozesses wurden die Ortsbeiräte und kommunalen Beiräte im Beteiligungsverfahren erneut angefragt, wobei diese abschließenden Stellungnahmen in die finale Konzeptversion eingeflossen sind.

Ergebnis

Für das Radverkehrskonzept Cottbus/Chóśebuz 2035+ galt es, das bestehende Veloroutennetz auf Basis des aktuellen technischen Regelwerks weiterzuentwickeln, zu verdichten und mit Qualitätsstandards zu untersetzen. Das bestehende Radnetz wurde dazu in Netzkategorien unterteilt, d. h. eine Hierarchisierung eingeführt. Ziel der Netzentwicklung ist nicht nur die schnelle Raumüberwindung zu ermöglichen, sondern eine flächendeckende Erschließung der Stadt bei gleichzeitiger Berücksichtigung einer Vielzahl weiterer Belange des Radverkehrs (Sicherheit, Fahrkomfort, Direktheit, u. a.) zu gewährleisten. Das Zielnetz umfasst folgende Ebenen:

  1. Veloroutennetz: Weitestgehend störungsfreie, bevorrechtigte Führung entlang verkehrsarmer Strecken mit minimalem Zeitverlust über größere Distanzen. Es verbindet stadtweit wichtige Ziele und Quellen und ist auf den Alltagsradverkehr ausgerichtet. Die Routen werden überwiegend bestandsnah geführt und werden je nach Abschnitt als Fahrradstraßen, markierte Wege oder bauliche Radwege umgesetzt.

Velorouten-Altstadtring: Ein Ring um die Innenstadt für eine schnelle Durchquerung der zentralen Bereiche, um den Radverkehr effizient zu lenken und den Fußverkehr zu entlasten.

  1. Hauptnetz: Ergänzt das Veloroutennetz, verbindet wichtige Ziele entlang der kürzesten Wege und verläuft häufig entlang von Hauptverkehrsstraßen.
  2. Basisnetz: Feinverteilung innerhalb von Quartieren und Ortsteilen, mit Anbindung an Wohngebiete und Bildungseinrichtungen.

Mit dem Radverkehrskonzept Cottbus/Chóśebuz 2035+ liegt ein umfassender strategischer Rahmenplan der Radverkehrsförderung für die nächsten Jahre vor. Das Konzept gibt einen Überblick über die prioritären investiven Handlungsbedarfe und fungiert als wichtige Entscheidungshilfe bei der Prioritätensetzung von Maßnahmen.

Da die finanziellen Ressourcen begrenzt sind, sollen gezielt Förderprogramme zur Unterstützung herangezogen werden. Voraussetzung für Förderfähigkeit von Maßnahmen, ist deren Untersetzung in einen Radverkehrskonzept. Das Radverkehrskonzept Cottbus/Chóśebuz 2035+ stellt somit eine wichtige Grundlage dar, um mithilfe von Fördermitteln, und nur einem geringen städtischen Eigenanteil, Ausbaumaßnahmen umzusetzen.

Beschluss

Durch den hohen Anteil der Fahrradnutzer und -nutzerinnen in Cottbus/Chóśebuz hat die Verkehrsplanung seit jeher einen Fokus, neben vielen anderen Arten der Fortbewegung, auf den Radverkehr. So wird fortlaufend an der Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr in der Stadt Cottbus/Chóśebuz gearbeitet.

Langfristige strategische Konzepte entfalten ihre volle Wirksamkeit nur, wenn sie durch einen politischen Beschluss legitimiert werden. Ein solcher Beschluss sichert sowohl die kommunale Selbstbindung als auch die notwendige Grundlage für eine erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln, auf die wir als Stadt zwingend angewiesen sind.

Mit dem Beschluss des Radverkehrskonzeptes Cottbus/Chóśebuz 2035+ durch die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung vom 19.11.2025 ist ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg hin, zu einer weiteren Stärkung des Radverkehrs in unserer Kommune vollzogen.

Download Radverkehrskonzept 2035+

RVK Zielnetzplan

RVK Kurzbericht

RVK Langbericht

RVK Projektmappe Anhang

Runder Tisch Radverkehr der Stadt Cottbus/Chóśebuz

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