Mit dem Themenjahr 2026 „Schulen mit sicherer Zukunft“ reagiert der Präventionsrat der Stadt Cottbus/Chóśebuz auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im schulischen Umfeld. Gleichzeitig knüpft er an die Arbeit der städtischen Arbeitsgruppe „Sicherheit an Schulen“ an. Ziel des Themenjahres ist es, bestehende Maßnahmen zu stärken, neue Ansätze zu entwickeln und gemeinsam mit allen relevanten Partnern konkrete Verbesserungen für den Schulalltag zu erreichen.
Im Rahmen des Themenjahres sollen in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Cottbus verschiedene Projekte und Modellvorhaben geprüft und – sofern möglich – umgesetzt werden.
Prüfung eines „Teen Court“-Modells
Ein zentraler Ansatz ist die mögliche Einführung eines sogenannten Teen Court. Dabei handelt es sich um ein pädagogisches Format, in dem Jugendliche unter fachlicher Anleitung und in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft niedrigschwellige Konflikte oder Regelverstöße im schulischen Umfeld bearbeiten. Die Jugendlichen übernehmen dabei selbst Verantwortung, etwa in Rollen als Schöffinnen und Schöffen, in der Verfahrensbegleitung oder Beratung. Ziel ist es, Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenzen zu stärken sowie Konflikte frühzeitig zu bearbeiten, bevor sie sich verfestigen. Der Präventionsrat prüft derzeit, ob und in welcher Form ein solches Modell an die Gegebenheiten in Cottbus angepasst werden kann.
Ausbau von Rechtskunde-Angeboten an Schulen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Rechtskunde-Angeboten. Das Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg setzt sich seit vielen Jahren erfolgreich für die Vermittlung von Rechtsstaatlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Prävention an Schulen ein. An diese Arbeit möchte der Präventionsrat anknüpfen und entsprechende Angebote nach Cottbus holen.
In einem zweiten Schritt sollen die Maßnahmen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der örtlichen Gerichte sowie der hiesigen Staatsanwaltschaft umgesetzt werden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern praxisnah zu vermitteln, wie Recht, Verantwortung und Konsequenzen im Alltag zusammenwirken. Denkbar sind einzelne Unterrichtseinheiten, Projekttage oder thematische Workshops mit realen Fallbeispielen und Einblicken in die Arbeit der Justiz.
Teilnahme am Prozess „Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“
Darüber hinaus erhalten im Jahr 2026 zwei Schulen aus Cottbus die Möglichkeit, kostenfrei am Prozess „Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“ des FINDER e. V. teilzunehmen. Die Teilnahme wird durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. finanziert.
Das wissenschaftlich fundierte Verfahren zur Entwicklung maßgeschneiderter schulischer Präventionskonzepte basiert auf der bewährten Methode Communities That Care. Es unterstützt Schulen dabei, psychosoziale Belastungen systematisch zu erfassen, Bedarfe zu priorisieren und wirksame Maßnahmen langfristig zu verankern.
Der zweijährige Prozess umfasst unter anderem eine anonyme Schülerbefragung, die Analyse bestehender Präventionsangebote, Workshops mit der Schulgemeinschaft sowie die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung eines individuellen Präventionskonzepts. Eine Schule kann den Prozess vor den Sommerferien beginnen, eine weitere im Anschluss. Interessierte Schulleitungen können sich beim Präventionsrat melden, um in den Auswahlprozess aufgenommen zu werden.
Weitere Maßnahmen in Vorbereitung
Ergänzend werden weitere Bausteine geprüft, die zur Stärkung von Sicherheit, Prävention und sozialem Miteinander an Schulen beitragen können. Dazu zählen unter anderem Fortbildungsangebote für pädagogisches Personal, Projekte zur Gewaltprävention, Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz sowie Initiativen zur Verbesserung des Schulklimas.
Der Präventionsrat wird die geplanten Schritte im Laufe des Jahres 2026 gemeinsam mit seinen Partnern weiter konkretisieren und regelmäßig über den Stand der Umsetzung informieren.