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Neujahrsrede des Oberbürgermeisters Tobias Schick am 21.01.2026

Sehr geehrter Herr Minister Crumbach,
sehr geehrter Herr Minister Wilke, verehrter Präsident des Landesverfassungsgerichtes – Markus Möller, verehrte Staatssekretäre
sehr geehrte Abgeordnete des Bundes- und des Landtages, sehr geehrte Stadtverordnete,
verehrte Kollegen Landräte Harald Altekrüger und Siegurd Heinze, liebe Kolleginnen und Kollegen Bürgermeister,
sehr geehrte Vorstandsvorsitzende,
liebe Handwerker und Unternehmer,
sehr geehrte Präsidentinnen und Präsidenten,
dzien dobry, liebe Freunde aus unserer Partnerstadt Zielona Góra,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften und der Medien, liebe Cottbuserinnen und Cottbuser hier im Saal und am Livestream,


ich freue mich, dass Sie alle auf verschiedenen Wegen zu uns gefunden haben und hoffe, dass Ihnen der Weg hierher wie auch der in das neue Jahr möglichst angenehm geebnet worden ist.
Die meisten kennen den Weg hierher nur zu gut. Gleichzeitig wird es in diesem Jahr mein und hoffentlich unser gemeinsamer Anspruch sein, neue Wege für alte wie für neu auftauchende Herausforderungen zu finden und sie dann zu gehen.


Dafür wünsche ich uns allen – von Herzen viel Gesundheit, Glück, Geduld und Zuversicht sowie vor allem jede Menge Mut und Kraft.


Mein und unser gemeinsamer Weg für Cottbus/Chóśebuz in der Lausitz soll flankiert sein von Bemühungen um Frieden und Verständigung, von Vernunft und Augenmaß, von einem harten, aber fairen Diskurs, von aufrechter Streit- und vor allem Fehlerkultur in unserer Gesellschaft und von Regeln, die von uns allen eingehalten werden. Die Bereitschaft zu Veränderungen, der Wille zu und die Akzeptanz von dann ausgehandelten Kompromissen sind Voraussetzungen um weiterzukommen und die Dinge gemeinsam zu gestalten.


Selbstverständlichkeiten sind nicht mehr selbstverständlich.


Das gilt offensichtlich in der großen Weltpolitik ebenso wie für uns hier in Cottbus/Chóśebuz und der Lausitz. Die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten müssen immer wieder neu erarbeitet und finanziert werden. Dafür brauchen wir aus meiner Sicht viel mehr Mut und viele neue Wege.


Es liegt in der Natur der Sache, dass auf diesen die Gefahr zu stolpern höher ist als auf den ausgetretenen Pfaden. Wer jedoch die immer gleichen Wege geht, kommt an die immer gleichen Ziele und zu den immer gleichen Ergebnissen. Das heißt für mich, dass wir in Deutschland wie in unserer Stadt neben erhofftem Erfolg ebenso eine Kultur des Scheiterns brauchen. Ja, Sie haben richtig gehört. Scheitern ist in Deutschland jedoch nicht eingepreist. Wir sollten den Mut belohnen, dass jemand etwas angeht, und nicht das Zaudern hervorheben, mit dem immer wieder erläutert wird, warum etwas gar nicht funktionieren kann.

Gemeinsam mit Ihnen, der Bürgerschaft, mit den Stadtverordneten und der Verwaltung werde ich auch 2026 die Dinge entscheiden, die wir hier in eigener Verantwortung bewegen können und müssen. Dabei werden es weniger die perfekten Lösungen sein, die wir finden, sondern wir werden pragmatisch und verantwortungsvoll arbeiten. Auch wenn das auf den ersten Blick unangenehme Folgen für den ein oder anderen haben kann.
Nichts zu tun – aus Angst vor den Folgen ist nicht meine und darf nicht unsere Devise sein. Ich setze dabei auf Partnerschaft mit Bund und Land.


Ich bin es jedoch leid, dass gefühlt so wenig vorangeht, dass wir so eigentümlich verharren und kaum noch ein Kompromiss oder gar Konsens der politischen Mitte möglich scheint. Ich denke, dass geht vielen so. Ich bin die Ruck-Reden und Reform-Beschwörungen leid, denen kaum etwas anderes folgt als Streit und das Aufschieben von Lösungen. Wir packen nicht mehr an. In Deutschland wird erstmal gefragt, ob man irgendetwas erforschen oder entwickeln darf, statt es einfach zu tun. Und wenn es doch mal jemand wagt, ist beim Misserfolg die Häme groß und der Neid auf einen Erfolg umso größer. Statt stolz zu sein, dass da jemand einen neuen Weg gefunden, eingeschlagen und konsequent gegangen ist. Unsere Grundhaltung hemmt jede Entwicklung, jedes Vorankommen. Statt ins Risiko zu gehen sehnen sich zu viele von uns nach einer Vollkasko-Gesellschaft, in der niemand etwas probiert, in der irgendwo ein Rechnungshof lauert oder lauern könnte und in der so viele Entscheidungen neuerdings auf Gerichte verlagert werden. Wie heißt es bei uns Sorben und Wenden: Es ist ein weiter Weg zwischen Sagen und Tun.


Ich bin bereit, gemeinsam mit meiner Verwaltung und den Stadtverordneten noch mehr Verantwortung zu tragen. Deshalb bleibt der Appell so wichtig wie aktuell: Gebt den Kommunen ausreichend Geld und lasst uns machen.
Wenn Bürger in Sachsendorf besseren Lärmschutz an der und ein abschnittsweises Tempolimit auf der Autobahn fordern, dann brauchen wir mehr als ein Schulterzucken der zuständigen Behörde, mehr als den oft rechthaberisch wirkenden Verweis aus der Ferne auf die Rechtslage.


Wenn Bürger in Sandow sagen, eine überdimensionierte Fischaufstiegsanlage zerstört unseren Frühlingsgarten, dann darf man in den Amtsstuben nicht beleidigt mit den Füßen aufstampfen, auf europäische Richtlinien verweisen und sich Lösungsmöglichkeiten vor Ort verschließen.


Wenn Eltern mehr Sicherheit an und im Umfeld von Schulen und einen konsequenten Umgang mit gewalttätigen Schülern fordern, dann müssen wir deutlich schneller reagieren – genau so, wie es uns am vergangenen Freitag im Schulterschluss mit dem Innenministerium, lieber René Wilke, und dem Bildungsministerium dann gelungen ist. Ich bin beiden Ministern und ihren Mitarbeitern und den Elternvertretern und der Lehrerschaft dankbar, dass wir ein Maßnahmepaket auf dem Weg gebracht haben, das ungewöhnlich pragmatisch ist.


In diesem Prozess ist deutlich geworden, dass es mehr braucht als Verweise auf die Grenzen des Schulgesetzes. Der demokratische Rechtsstaat muss sich handlungsfähig zeigen. Wir können weder die Gewalt an Schulen hinnehmen noch den Umstand als normal ansehen, dass wir dauerhaft Sicherheitsdienste an Schulen und auf Schulhöfen einsetzen müssen, um dort bei den Jüngsten die Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.


Wir werden endlich besondere Lerngruppen für verhaltensauffällige Kinder, die mehrfach gewalttätig geworden sind, außerhalb ihrer angestammten Schule einrichten. Das kann an Regelschulen nicht geleistet werden. Nur dadurch können wir die anderen Kinder sowie die Lehrerschaft konsequent schützen und unterstützen.


Ich werde einige dieser auffälligen Kinder in die Obhut des Staates und somit aus Familien nehmen müssen. Das ist am Ende zwar die drastischste und teuerste Lösung, doch die einzige, die wir als Kommune wirksam umsetzen können und die letztlich allen Kindern in einem Klassenverbund, einer Schule, ja einem Stadtteil dient.


Mir ist wichtig, dass wir die Kinder stärken, die lernen wollen. Es ist nicht hinnehmbar, wenn Kinder aus Angst vor Gewalt oder Beleidigungen nicht in die Schule gehen wollen. Doch auch die auffälligen Kinder brauchen gezielte und professionelle Hilfe, nicht zuletzt, um der Schulpflicht nachzukommen. Somit dient das Vorgehen auch zu deren Schutz – eine Herausnahme aus der Familie, aus der Schule, aus den eingeschliffenen sozialen Strukturen.
Und ich bleibe dabei: Unsere Gesellschaft muss sich endlich verständigen, wie sie mit straffälligen Kindern unter 14 Jahren umgehen will.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir können uns als Kommune nicht hinstellen und sagen, wir sind nicht zuständig. Bei uns stehen die Leute auf der Matte. Und wer wüsste das nicht besser als meine Amtsvorgänger Waldemar Kleinschmidt und Frank Szymanski, die ich herzlich willkommen heiße. Von Karin Rätzel und Holger Kelch darf ich herzlich grüßen.
Mein Bitte an alle Entscheidungsträger: Es muss Schluss sein damit, dass Verantwortung so lange weitergeschoben wird, bis am Ende die Kommune zuständig ist und sich selbst kümmern muss.


Und wenn ich höre, dass seien doch kommunale Probleme, die man gern selbst in die Hand nehmen könne, dann sage ich: Machen wir! Aber wir bekommen nicht das nötige Geld für die Arbeit, die andere hätten leisten müssen. Das funktioniert so nicht. Und dass es so nicht funktioniert, ist mittlerweile sogar in den großen Städten in Bayern, Baden Württemberg oder Sachsen spürbar.


Oder, ein anderes drängendes Thema: Wer ist für die Ansiedlung von Ärzten zuständig? Die KV! Nicht in erster Linie die Stadt Cottbus/Chóśebuz; und dennoch haben wir ein Programm mit kommunalen Geld und zusätzlichen Anreizen für mehr niedergelassene Ärzte auf den Weg gebracht. Dafür bin ich den Stadtverordneten und weiteren Partnern sehr dankbar. Das Programm zeigt erste Wirkung. Wir sprechen aktuell mit 10 Bewerberinnen und Bewerbern, die entweder zusätzliche Kollegen beschäftigen oder eine Praxis übernehmen oder aufbauen wollen. Wir brauchen diese konkreten Ansiedlungen für eine bessere Versorgung, bevor dann im Laufe des Jahres die ersten Medizinstudenten in unsere Universitätsstadt kommen.


Gemeinsam mit Bürgermeistern und Landräten sowie dem Innenministerium, lieber Herr Minister, kämpfen wir für mehr Kameras im öffentlichen Raum. Ich will das auch auf dem Treffen der ostdeutschen Oberbürgermeister im Februar hier in Cottbus/Chóśebuz weiter thematisieren. Wir haben alle das gleiche Problem. Hier geht es nicht um „Big Brother“, sondern um den Schutz der vernünftigen Mehrheit vor gewalttätigen oder entwürdigenden Übergriffen durch Einzelne. Mehr sichere Orte. Datenschutz ist wichtig, aber in Deutschland treibt er Blüten, die gestutzt gehören, wenn er so eklatant gegen das Sicherheitsbedürfnis der Mehrheit der Bevölkerung steht.
Hier müssen die Gesetzgeber sowie die Datenschutzbehörden endlich Farbe bekennen und unsere kommunalen Erfahrungen aufnehmen. Ich freue mich, dass das jetzt ins Polizeigesetz aufgenommen werden wird.
Ich sage: Schluss mit der Realitätsverweigerung und ran an die Probleme der Menschen im Alltag.
Hier entscheiden sich Lebensqualität, Sicherheitsgefühl und allgemein der wichtige Eindruck, ob der Staat noch für die Menschen funktioniert.


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich weiß, ganz schön schwere Kost! Was erwarten wir vor diesem Hintergrund, wenn wir auf das Jahr 2026 schauen?
Es wird, ich will es mal so bezeichnen, ein Jahr des Alltags.


Was nichts anderes heißt als: Wir müssen die alltäglichen Dinge besser in den Griff bekommen. Wir sind hier als gesamte Stadt gefordert. Wir alle gemeinsam, die wir in dieser Stadt leben, studieren, arbeiten und auch das Leben genießen wollen. Wir bekommen nichts geschenkt. Und was wir bekommen, haben wir uns hart erarbeitet.


Wir müssen deutlich vorwärts kommen. In der Bildung für unsere Kinder, für ein funktionierenden öffentlichen Nahverkehr sorgen, Rad- und Gehwege reparieren und für vernünftig ausgestattete Schulen und für befahrbare Straßen sorgen, auf denen es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen Schlaglöchern geben muss. Finden wir neue Wege, diese Defizite endlich spürbar anzugehen, ohne weiter – aufwändig um Förderprogramme und -mittel betteln zu müssen?


Selbstverständlich verlieren wir die großen Leuchtturm-Vorhaben nicht aus den Augen. Wir reden von unserem Strukturwandelquartett aus Bahnwerk, von unserer Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem, verehrter Dr. Hewer und Vorstandskollegen, von dem Lausitz Science Park inklusive der gemeinsamen Betreibergesellschaft, verehrte BTU-Präsidentin Prof. Grande, liebe Gesine und von der Stadtentwicklung mit dem Schwerpunkt am und zum Ostsee, liebe Doreen Mohaupt.


Neue Wege entstehen mit dem Net Zero Valley hier in der Lausitz, liebe Christine Herntier, lieber Markus Niggemann, und mit dem zweiten Gleis nach Lübbenau, das im kommenden Jahr endlich gebaut werden wird.
Cottbus/Chóśebuz ist trotz des beklagenswerten Zensus‘ eine Stadt mit aktuell 100.270 Einwohnern. Und wir wollen wachsen. Wir sollten froh sein über alle, die guten Willens zu uns kommen und gerade ihnen, wenn nicht gar den roten Teppich ausrollen dann doch mindestens Wege ebnen, damit sie hier gut ankommen und schnellstmöglich ihre Arbeit aufnehmen können. Ja, ich bleibe dabei, Arbeit ist der beste Weg zur Integration derer, die nach Cottbus/Chóśebuz kommen – ganz gleich auf welchem Startlevel.
Die Wohnsitzauflage, die Sie, sehr geehrter Herr Minister, jetzt einführen, ist dabei ein wichtiges Steuerungsinstrument, um Kommunen und Stadtgesellschaften vor Überlastung zu schützen.


Arbeit setzt aber in den meisten Fällen Sprache voraus. Zu Recht wird erwartet, dass Kinder in der Schule oder Erwachsene im Berufsleben vernünftig und dem Job angemessen auch deutsch sprechen können. Dafür müssen wir die Ressourcen breitstellen. Doch jede Medaille hat zwei Seiten, und da erlaube ich mir die Frage: Sind wir bereit, in dieser nun mal international vernetzten Welt auch nur Englisch, Polnisch oder Sorbisch zu lernen?
Schaden kann uns das nicht. Zumal das für die Verständigung mit unseren Partnerstädten in Zielona Góra, lieber Vizepräsident Marek Kaminski, und acht weiteren Kommunen hilfreich und fair wäre.


Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,
wir werden in den kommenden Jahren zur Stadt der Frühaufsteher.
Es werden sich viele zeitweise an neue, längere Wege gewöhnen müssen. Ich setze stark darauf, dass sich im Umfeld der BTU und an der M.U.L. CT die Kräne beginnen zu drehen. Baustellen bringen temporär Frust und Umleitungen, gleichzeitig aber gut bezahlte Arbeit und Verbesserungen für die Stadt.


Beide universitären Einrichtungen stehen zudem explizit für die Internationalität unserer Stadt, an der wir gar nicht vorbeikommen, wenn Alltag und Zukunft funktionieren sollen. Das ist die Chance für die heimische Wirtschaft.
Junge Leute kommen in die Stadt zu Ausbildung und Studium, sie suchen Wege in ein erfüllendes Leben, sie gründen hoffentlich hier Familien, kümmern sich um Kinder, Jobs und Freizeit.


Sie, wie alle Cottbuserinnen und Cottbuser sollen dafür gute Rahmenbedingungen vorfinden. Und auch wenn Sie die Worte Task Force nicht mehr hören können: Eine selbige hat erste Wege geebnet, dass wir ab 2029 nicht in kalten Wohnungen und Betrieben sitzen müssen, sondern weiter verlässlich mit Fernwärme versorgt werden.


Die Leag, lieber Adi Roesch, bereitet Investitionen in Millionenhöhe in unserer Stadt vor, mit deren Hilfe die Versorgung nach dem Aus für die Braunkohle und des Abschalten des Kraftwerkes Jänschwalde sichergestellt wird – und das zu sozial verträglichen Fernwärmepreisen. Wir haben dazu, lieber Vlatko Knezevic, die enge Kooperation der Leag mit unseren Stadtwerken jetzt auf den Weg gebracht. Beide sitzen nicht nur symbolisch nebeneinander, und meinen den folgenden Satz ernst.
Die Arbeit in der Task Force macht allen Beteiligten Spaß!
Ich erwarte das bis März sowohl ein technisches als auch ein betriebswirtschaftliches Konzept dieser gemeinsamen Arbeit vorliegt. So gelingt eine verlässliche Versorgung für Bürger und Unternehmen, bei gleichzeitig wirtschaftlich tragfähigem Fundament für beide Gesellschaften.


Einen ebenso neuen Weg schlagen wir gemeinsam mit unserer Sparkasse Spree-Neiße ein, – und dafür bin ich dem Vorstand, lieber Ralf Braun, lieber Thomas Heinze, sehr dankbar. Wir vergessen nicht die umfassende Unterstützung allein 2025 waren das im vergangenen Jahr ca. 550 Vorhaben mit einem Volumen von mehr als 1.7 Millionen Euro. Jetzt reden wir über zusätzlich dringend benötigte Investitionen in jeweils ein soziales Projekt im Landkreis und der Stadt. Auch hier geht‘s um Millionen. Alle weiteren Details klären wir in den zuständigen Gremien.


Ich plädiere an dieser Stelle für eine Schulsanierung in Cottbus.
Als Schulträger wissen wir, was es heißt, eine Schule zu bauen oder zu sanieren. Wir haben im vergangenen Jahr die sanierte Fontane-Gesamtschule übergeben und für den Umbau des Standortes zur neuen Grundschule Am Brunschwigpark insgesamt sechs Fördertöpfe anzapfen müssen. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung, verehrte Staatssekretärin Dr. Bartmann, die Sie uns jüngst auch mit weiteren Fördermillionen für Schmellwitz, den Ostsee und die Innenstadt bescherten.
Doch mit Verlaub und Augenzwinkern: Geht das nicht auch etwas einfacher?

Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,
ich bin den Tausenden von ihnen unendlich dankbar für ihren oft 24/7 andauernden Einsatz für das Funktionieren – ganz gleich, ob in den Kaufhallen, in den Krankenhäusern, bei Cottbusverkehr mit alten und neuen Straßenbahnen, in den Pflegeeinrichtungen, bei der Müllabfuhr, der Polizei, dem Rettungsdienst, dem Katastrophenschutz, der Energieversorgung. Das ist schlicht unser Alltag.


Oft geht dabei der Job nahtlos über ins Ehrenamt. Genauso viele sind dann Woche für Woche in Vereinen, Selbsthilfegruppen, als Ortsbeiräte oder Stadtverordnete, in Bürgervereinen, im Sport, der Kultur, der Verkehrswacht oder im Tierheim tätig. All denen gilt unser Respekt und unsere Hochachtung.


Deshalb bitte ich Sie herzlich, symbolisch für alle Engagierten, konkret aber das Vorhaben des Tierpark-Fördervereins mit Spenden zu unterstützen. „Mungomania“, das ist etwas für unsere Stadt, und wie der Tierpark überhaupt einmal mehr ein großes Gemeinschaftswerk der Cottbuser Bürgerschaft.


Es ist trotz mancher Sorge nicht so, dass in unserer Stadt nur an den Großprojekten des Strukturwandels gearbeitet wird. Wir forcieren in diesem Jahr den Bau der Seeachse von Sandow zum Ostsee, wir schließen die Lücken im Rundweg um den See, lieber Lausitzbeauftragter Klaus Freytag. Im zurückliegenden Jahr haben wir in der Karlshofer Straße in Kahren einen Weg geschaffen. Kein Luxus, kein grundhafter Ausbau, sondern eine pragmatische Lösung, die ihren Zweck erfüllt. Ortsbeirat, Alba und unser Eigenbetrieb Grün- und Parkanlagen haben daran schnell gearbeitet. Auf ähnliche Weise wird der Schulweg zwischen Merzdorf und Dissenchen endlich ein wenig sicherer werden. Neue Wege sind wir bereits gegangen und haben Wandflächen für Graffitis zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse in der Blechenstraße sowie in der Lipezker Straße können sich sehen lassen. Ich kann mir das mit anderen weiteren Flächeneigentümern auch vorstellen.


Wir machen die Spree erlebbarer: Es wird ein erstes Spreekonzert geben. Am Sandower Ufer kann man nun einfacher mit dem Kanu- und SUP- die Spree erkunden. Dieses Angebot wäre ohne das ehrenamtliche Engagement des Vereins Blue Moon nicht möglich. So haben wir ein schönes Stück Cottbus bürgerschaftlich gesichert wie einst das benachbarte Planetarium.


Der Brunnen im Schillerpark wird endlich wieder sprudeln, der Platz insgesamt aufgewertet. Es sind ja oft die vermeintlich kleinen Dinge, die das Leben angenehmer machen. Aber Selbstverständlichkeiten sind nicht mehr selbstverständlich. Hat jemand bemerkt, dass das kleine Sonnensegel im Schillerpark ersetzt und neue Bänke aufgestellt worden sind?
Weitere Plätze, vor allem Spielplätze werden wir in Etappen herrichten und wo es möglich ist mit neuen Geräten ausstatten.
Freuen wir uns eigentlich noch, dass wir nun in allen städtische Museen freien Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren anbieten können? Wir starten das neue Gesundheits- und Bibliotheksmobil als Service für unsere Ortsteile gemeinsam mit der MUL CT.


Mittlerweile haben wir zehn selbstverwaltete Jugendclubs in den Ortsteilen. Alles keine Selbstverständlichkeiten.
Immerhin ca. 50 Millionen Euro werden wir in diesem Jahr investieren. Es müsste mehr sein keine Frage.
Das Geld fließt in Kitas und Schulen, und an Brücken, Straßen, Rad- und Gehwegen wird gebaut und Grün gepflegt. Im Rahmen des Europäischen Parkverbundes werden wir den Eingangsbereich von Tierpark, Spreeauenpark und Branitzer Park neu gestalten. Die Trampolinhalle im Sportzentrum wird fertig. Die Grundschule Dissenchen wird erweitert. Wenn die beantragten Fördermittel kommen, wird das Bürgerhaus Kahren umgebaut. Für das Bürgerhaus Gallinchen wird die Planung abgeschlossen.


Und ich erinnere: Selbstverständlichkeiten sind nicht mehr selbstverständlich.
Die städtische Gebäudewirtschaft baut in der Karl-Liebknecht-Straße und in der Briesmannstraße neue Wohnungen und widmet sich gezielt der Zuschka in Schmellwitz.


Auch das kostet viele Millionen Euro. Allein im Schmellwitzer Zentrum werden es zwölf Millionen Euro sein. Das ist ein Mammutprogramm für einen Stadtteil, der nicht vergessen ist.


Mit dem Kommunalen Entwicklungsbeirat zur Stadtpromenade haben wir bereits neue Wege erprobt. Der Kauf dieser Fläche durch die GWC und auch der des neuen Stadtforum K durch uns, macht unseren Willen deutlich, die Entwicklung möglichst selbst zu steuern. Hier sind noch viele weitere Schritte nötig. Umso wichtiger ist es, mit den vermeintlich kleinen auch anzufangen und beispielsweise die verschlissenen Gehwegplatten vor der Wohnscheibe auszutauschen.


Selbstverständlich werden wir in diesem Jahr auch feiern. Wir fangen am 31. Januar an, lieber Präsident Sebastian Lemke, lieber Trainer Pele Wollitz. Der FC Energie wird 60 Jahre jung.


Der Verein ist der beste Botschafter dieser Region, er gehört zu unserer DNA, hat viele große Spieler hervorgebracht und wir alle drücken die Daumen, dass die Mannschaft weiter im Aufstiegsrennen mitmischt. Energie ist Cottbus und Cottbus, ja, die Lausitz ist Energie. Leider mussten wir erleben, wie kompliziert neue Wege zur Sanierung eines Stadion sein können.
Nach den jüngsten Abstimmungen soll zum Geburtstag der Zuwendungsbescheid kommen. Dass uns das Land dabei maßgeblich unterstützt ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen und das Identifikationspotential des Vereins und damit der Energie-Region Lausitz, verehrter Finanzminister Robert Crumbach. Und ich setze noch einen drauf: Wenn wir doch alle wissen, dass wir langfristig ein neues Stadion brauchen und dafür eine Betreibergesellschaft, warum dann eine Machbarkeitsstudie, die nur Zeit und Geld kostet? Lassen Sie uns gemeinsam den direkten Weg gehen.


Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Sport wird einen Großteil des Alltags ausmachen – kein Wunder, wenn bereits ein Viertel der Cottbuserinnen und Cottbuser in Sportvereinen organisiert und aktiv ist.
Die Sportgala am Freitag wird uns die beeindruckende Spannbreite zwischen den internationalen Medaillengewinnen im Radsport oder im Parasport sowie dem Alltagssport in unseren 143 Vereinen demonstrieren.
Genauso freue ich mich auf den Karnevalsumzug, die Ostsee-Sportspiele, das Gartenfestival in Branitz, das Stadtfest, das polnisch-deutsche Bürgerfest mit Wein und Kulinarik, das Hahnrupfen hier und das Campusfest da, das Elbenwald-Festival, die Schaumparty in Sachsendorf, die Walzernacht auf dem Altmarkt, auf die Filmabende in Schmellwitz und im Spreeauenpark, aufs Drachenfest am Ostsee sowie nicht zuletzt auf das Festival des osteuropäischen Films und die fantastischen Aufführungen im Staatstheater und dem Kinder- und Jugendtheater Piccolo.
Das ist Alltag in seiner schönsten Art und Weise in unserer Stadt, dem man die Anstrengungen der Macherinnen und Macher oft nicht ansieht. Alltag soll ja auch schön sein.


Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,
lassen Sie uns das neue Jahr mit der Bereitschaft zur Mühe, mit gewohntem Fleiß, der nötigen Hartnäckigkeit und der gelassenen Offenheit für Kompromiss und Verständigung, fürs gleichberechtigte und freie Reden und Zuhören angehen. Helfen Sie alle mit dabei, ob haupt- oder ehrenamtlich.
Stärken Sie bitte den heimischen Handel, die heimische Wirtschaft, die hiesige Gastronomie, die regionalen Produzenten, indem Sie hier einkaufen, essen gehen und es sich soweit wie möglich gut gehen lassen.
Sagen Sie ihren Kindern und Enkelkindern, wie viel in Cottbus/Chóśebuz los ist und dass sie hier Ausbildung, Arbeit und attraktive Perspektiven finden. In diesem Sinne mögen wir alle den Mut und die Kraft haben zu mehr Eigenverantwortung, Stolz und gleichzeitig Gemeinschaftssinn gern auf neuen Wegen.

Cottbus/Chóśebuz, das sind wir alle!

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