Zeitschnitt 2026 „Mut und Eigensinn“
Die »Zeitschnitt«-Reihe 2026 der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam, präsentiert deutsche und osteuropäische Filme über Zivilcourage und eigensinnige, mitunter widersprüchliche Menschen, die sich gegen Willkür wehren oder für demokratische Teilhabe einsetzen.
Ob Spiel- oder Dokumentarfilm, ob authentischer Fall oder Fiktion – gezeigt wird die Kraft der scheinbar Schwachen und mit welchen Mitteln an unveränderbar wirkenden Verhältnissen gerüttelt werden kann. Nach dem Auftakt im Filmmuseum am 21.05.2026 tourt die Reihe durch Brandenburg und endet am 20.11.2026 im Filmmuseum Potsdam.
Vorfilm
STRUGA – BILDER EINER LANDSCHAFT
DDR 1972 | 27 Min | Regie: Konrad Herrmann | Genre: Kurz-Dokumentarfilm
Poetische Bilder zeigen die Bedrohung des sorbischen Lebens durch den Braunkohleabbau und die Zerstörung der Landschaft rund um das Dorf Schleife: Häuserruinen in einem Geisterdorf. Ein Bagger frisst sich in die Landschaft. Bäume werden gefällt. Ein sorbisches Gebet in einer Dorfkirche. Ein Singe-Klub probt ein sorbisches Lied. Arbeiter im Kraftwerk. Und surreale Bilder eines verfremdeten Zapust-Umzugs, der sich traumhaft durch den Wald bewegt. Ein Lausitzer Filmgedicht.
RUBLAK. DIE LEGENDE VOM VERMESSENEN LAND
DDR 1980/D 2014 | 60 Min | FSK: 0 | Regie: Konrad Herrmann | Genre: Spielfilm | DarstellerInnen: Hans-Uwe Bauer, Kurt Böwe, Christian Grashof, Johanna Schall
Eines Tages treffen auf einem abseits gelegenen Hof mit wortkargen BewohnerInnen Landvermesser ein. Sie stellen sich als Vorboten von tiefgreifenden Veränderungen heraus. Bald werden auch hier die Bagger des Tagesbaus anrücken. Regie-Student Konrad Herrmann versuchte 1983 etwas Seltenes. Er verwob einen brisanten Gegenwartsstoff mit phantastischen Einschüben, die immer mehr Raum ergreifen. Dem Ministerium für Kultur war das zu viel. Der Film wurde verstümmelt. Erst 2014 konnte der Regisseur die verbotenen Bilder auffinden und wieder einfügen. Manchmal heilt die Zeit eben doch Wunden – vorausgesetzt, man tut etwas dafür.
Film & Gespräch
Zu Gast:
Konrad Herrmann | Regisseur
Susanne Kschenka | Stellvertreterin der Aufarbeitungsbeauftragten / LAkD
Dr. Claus Löser | Filmhistoriker
Eine Veranstaltung im Rahmen der »Zeitschnitt«-Reihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam