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Stadt Cottbus/Chóśebuz stärkt Familienförderung: Mehr Mittel für Prävention im Jahr 2027 geplant

Die Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz will die Familienförderung im Jahr 2027 gezielt stärken. Dafür sollen innerhalb des bestehenden finanziellen Rahmens des städtischen Haushalts Mittel in Höhe von einer Million Euro zugunsten der Familienförderung neu verteilt werden.

Dieser Paradigmenwechsel hin zu einer stärkeren Prävention wurde im Bereich der Jugend- und Familienförderung der Stadt bereits 2025 in die Wege geleitet. Ziel ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen, die Angebote in den Stadtteilen stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten und langfristig dazu beizutragen, den Bedarf an kostenintensiveren Hilfen zur Erziehung zu begrenzen. Die Verwaltung legt dem Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 15. Oktober 2026 einen entsprechenden Vorschlag zur Verteilung der Mittel zur Beschlussfassung vor. Die abschließende haushalterische Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung mit der Beschlussfassung zum Haushalt 2027.

Oberbürgermeister Tobias Schick: „Starke Familien sind eine wichtige Grundlage für ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt. Deshalb müssen wir Familien frühzeitig erreichen und dort unterstützen, wo sie leben. Unsere Familienzentren leisten dafür einen unverzichtbaren Beitrag. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Verdoppelung der Stellen bei den Trägern in den Ortsteilen. Ich unterstütze ausdrücklich, die vorhandenen finanziellen Spielräume gezielt für diese präventive Arbeit zu nutzen. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit den begrenzten Haushaltsmitteln umgehen und das Geld dort einsetzen, wo sie möglichst viel bewirken.“

Grundlage für den Vorschlag der Verwaltung ist der Teilfachplan Familienförderung. Er weist den Bedarf an pädagogischem Personal in den Sozialräumen der Stadt aus. Im Jahr 2026 werden sechs Projekte der freien Jugendhilfe mit insgesamt ca. neun Stellen gefördert. Damit werden bislang rund 34,5 Prozent des ermittelten Bedarfs abgedeckt. Zwischen den Sozialräumen bestehen deutliche Unterschiede: Während die Bedarfsdeckung in Cottbus-Mitte bei 49,8 Prozent liegt, beträgt sie in Cottbus-Ost knapp 24 Prozent.

Mit der geplanten Neuverteilung der Mittel sollen im Jahr 2027 insgesamt rund 18 Stellen pädagogischen Fachpersonals ermöglicht werden. Ziel ist es, damit die Bedarfsdeckung in den Sozialräumen auf jeweils etwa 70 Prozent anzuheben.

Die Familienförderung setzt bewusst früh an. Angebote wie die Frühen Hilfen, Familienbildung, Beratung und gemeinsame Freizeitaktivitäten unterstützen Eltern bei Erziehungsfragen, stärken familiäre Beziehungen und fördern die Entwicklung von Kindern. Sie sind freiwillig, niedrigschwellig und ermöglichen Unterstützung, bevor sich Belastungen zu größeren Problemen entwickeln.

Die Verwaltung verfolgt damit zwei Ziele: Familien sollen frühzeitig passende Unterstützung erhalten und die Angebote in den Sozialräumen sollen möglichst gleichmäßig am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Zugleich soll die präventive Arbeit langfristig dazu beitragen, den Bedarf an intensiveren und kostenaufwendigeren Hilfen zur Erziehung zu reduzieren. Eine solche Entwicklung lässt sich nicht kurzfristig garantieren, sondern braucht Ausdauer bei allen Beteiligten, ist aber ein wichtiger Ansatz für eine wirksame und wirtschaftliche Kinder- und Jugendhilfe.

Mit ihrem Vorschlag setzt die Stadtverwaltung einen klaren Schwerpunkt: Die Familienzentren sollen als verlässliche Anlaufstellen in den Stadtteilen gestärkt werden. Familienzentren und weitere Angebote der Familienarbeit gibt es in allen fünf Planungsräumen der Stadt. Dazu gehören beispielsweise das Familienzentrum Hopfengarten in Cottbus-Nord, Carpe Diem Family in Cottbus-Ost, das Familienzentrum der Caritas in Cottbus-Süd sowie das Familienzentrum Ströbitz im „Haus Jule“ in Cottbus-West. Auch das Familienhaus Cottbus bietet einen Eltern-Kind-Treff in den Planungsräumen Mitte und Ost an. Mit der geplanten Neuverteilung der Mittel will die Stadtverwaltung diese wohnortnahen Anlaufstellen bedarfsgerechter ausstatten und Familien in ganz Cottbus/Chóśebuz bessere Möglichkeiten für frühzeitige Unterstützung erhalten – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt.