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Gemeinsam für das sorbische/wendische Leben in Cottbus/Chóśebuz – Staatssekretärin zum Arbeitsgespräch empfangen

Vertreterinnen und Vertreter des Landes Brandenburg haben sich bei einem Besuch in unserer Stadt über die Bedeutung der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur in Cottbus/Chóśebuz informiert. Dazu besuchten sie das Wendische Museum und das Wendische Haus. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit von Stadt, Land und Stiftung für das sorbische Volk sowie die weitere Stärkung der sorbischen/wendischen Bildungs- und Kulturangebote.

Begrüßt wurden die Gäste im Wendischen Museum/Serbski muzej von Eike Belle, Dezernentin für Soziales, Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Cottbus/Chóśebuz. Am Austausch nahmen unter anderem Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Brandenburg, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, des Wendischen Museums und der Stadtverwaltung teil.

Cottbus/Chóśebuz versteht sich als zentraler Ort des sorbischen/wendischen Lebens in der Niederlausitz. Als Sitz zahlreicher sorbischer/wendischer Institutionen verbindet die Stadt damit eine besondere Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Sprache und Kultur. Die Stadt bekennt sich ausdrücklich zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden und legt großen Wert auf gelebte Zweisprachigkeit im öffentlichen Raum und in der Verwaltung.

Die Zusammenarbeit von Stadt, Land und Stiftung zeigt sich auch in der Finanzierung und Unterstützung verschiedener Angebote. Das Wendische Museum wird etwa zur Hälfte durch die Stiftung für das sorbische Volk gefördert. Die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur erhält ebenfalls einen wesentlichen Teil ihrer Finanzierung durch die Stiftung, die vom Bund, dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen gefördert wird. Gemeinsam mit der Stiftung unterstützt die Stadt seit 2016 zudem die Stelle einer Jugendarbeiterin der Domowina.

Darüber hinaus engagiert sich die Stadt unter anderem mit einem eigenen Stipendium für Lehramtsstudierende im Fach Sorbisch/Wendisch, bei der Gestaltung zweisprachiger Elemente im Stadtbild sowie bei Veranstaltungen wie dem „Sorbischen/wendischen Fest – Serbski swěźeń“. Auch die Bildungsangebote zur sorbischen/wendischen Sprache und Kultur in Kitas und Schulen sind ein wichtiges gemeinsames Anliegen; das Niedersorbische Gymnasium befindet sich in Trägerschaft der Stadt.

Das Wendische Museum/Serbski muzej präsentiert in seiner Dauerausstellung die Kulturgeschichte der Sorben/Wenden in der Niederlausitz und gibt Einblicke in Sprache und Literatur, Glaube und Religion, Brauchtum und Tracht, Musik und Bühnenkunst sowie in die Geschichte von Industrialisierung, Umbruch und dem Verlust von Heimat und Identität. Das Museum ist zugleich Veranstaltungsort und Sprachraum, unter anderem für die Gesprächsrunde „Serbske blido“.

Auch die nächste Sonderausstellung wirft einen besonderen Blick auf die Geschichte der Sorben/Wenden in der Region. Vom 11.09.2026 bis zum 21.02.2027 zeigt das Museum die fotografische Ausstellung „Denis Galloway – Gesichter einer Zeit“. Rund 200 historische Glasnegative des schottischen Ethnografen, Fotografen und Künstlers Denis Galloway geben besondere Einblicke in das sorbische/wendische Leben im Spreewald und in der Niederlausitz zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Der regelmäßige Austausch mit den sorbischen/wendischen Gremien und Institutionen hat für die Stadt einen hohen Stellenwert. Ein besonderer Ausdruck dieser Zusammenarbeit ist das alljährliche Arbeitsgespräch von Oberbürgermeister Tobias Schick mit Vertreterinnen und Vertretern der sorbischen/wendischen Institutionen und Gremien im Wendischen Haus.

Der Besuch im Wendischen Museum machte deutlich: Der Erhalt und die Weiterentwicklung der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur sind eine gemeinsame Aufgabe. Cottbus/Chóśebuz setzt dabei weiterhin auf eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, der Stiftung für das sorbische Volk und den sorbischen/wendischen Institutionen.

v. l.: Katharina Kliem, Robert Büschel, Anna Kossatz-Kosel, Dezernentin Eike Belle, Cathleen Bürgelt, Staatssekretärin Dr. Friederike Haase, Michael Brentrup