Im Stadtgebiet von Cottbus/Chóśebuz sind in den zurückliegenden Tagen vermehrt Vorkommen des Eichenprozessionsspinners festgestellt worden. Daher bittet die Stadtverwaltung um äußerste Vorsicht vor allem in der Nähe von Eichen, allgemein in Parkanlagen, weiteren Grünzügen mit Eichenbeständen, an Wegen und an Spielplätzen.
Derzeit werden im Eliaspark mehrere Bäume gekennzeichnet, die befallen sind. Entsprechende Absperrungen und Hinweisschilder sind dringend zu beachten. Im Spreeauenpark ist bereits eine große Eiche aufwändig „abgesaugt“ worden. Weitere Bäume sind gekennzeichnet. Betroffen sein können auch Gehölze im benachbarten Tierpark. Ein weiterer Befall im Stadtgebiet kann nicht aus-geschlossen werden.
Der Eichenprozessionsspinner tritt bevorzugt an Eichen auf. Die Raupen bilden ab dem Frühjahr Gespinste und entwickeln ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare. Diese können bei Menschen und Tieren gesundheitliche Beschwerden verursachen. Die Haare werden durch Wind verbreitet und können auch noch lange Zeit nach Verlassen der Nester wirksam bleiben.
Im Cottbuser Umfeld liegen aus dem Bereich Krieschow bereits Hinweise auf Vorkommen vor. Kommunen und Fachbehörden beobachten die Entwicklung fortlaufend und veranlassen bei Bedarf Sicherungs- und Bekämpfungsmaßnahmen.
Dazu zählen:
- Absperrung betroffener Bereiche
- Warnbeschilderung an Spielplätzen, Wegen und Parkanlagen
- Entfernung der Nester durch spezialisierte Fachfirmen
- Absaugung von Raupen und Gespinsten unter besonderen Schutzmaßnahmen
- Zeitweise Sperrung einzelner Wegeabschnitte oder Aufenthaltsbereiche
Die Entfernung der Nester erfolgt ausschließlich durch geschultes Fachpersonal.
Sollten Bürgerinnen und Bürger Raupen, Gespinste oder Nester an Eichen entdecken, wird Folgendes empfohlen:
- Halten Sie Abstand zu den befallenen Bäumen.
- Berühren Sie weder Raupen noch Nester.
- Schütteln Sie keine Äste und vermeiden Sie Arbeiten im unmittelbaren Umfeld.
- Betreten Sie abgesperrte Bereiche nicht.
- Halten Sie Kinder von den betroffenen Bereichen fern.
- Führen Sie Hunde an der Leine und meiden Sie befallene Standorte.
- Versuchen Sie keinesfalls, Nester eigenständig zu entfernen.
Der Kontakt mit den Brennhaaren kann folgende Beschwerden auslösen:
- Starker Juckreiz
- Hautrötungen und Quaddeln
- Augenreizungen und Bindehautentzündungen
- Reizhusten
- Atembeschwerden
- Allergische Reaktionen
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Bei Verdacht auf Kontakt mit Brennhaaren empfiehlt die Stadt:
- Kleidung möglichst sofort wechseln.
- Getragene Kleidung bei mindestens 60 °C waschen.
- Haut gründlich abduschen.
- Haare waschen.
- Augen vorsichtig mit sauberem Wasser ausspülen.
- Nicht kratzen.
Bei starken Hautreaktionen, Atemnot, Schwindel oder allergischen Beschwerden sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen beziehungsweise der Notruf 112 verständigt werden.
Verwechslungsgefahr mit der Gespinstmotte
Derzeit treten auch zahlreiche Gespinstmotten auf. Diese werden häufig mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt.
Merkmale der Gespinstmotte:
- Weiße Gespinste um Zweige und Sträucher
- Befällt häufig Obstgehölze, Traubenkirschen oder Pfaffenhütchen
- Keine gesundheitsschädlichen Brennhaare
- Für Menschen grundsätzlich ungefährlich
Merkmale des Eichenprozessionsspinners:
- Ausschließlich oder überwiegend an Eichen
- Raupen wandern oft in langen „Prozessionen“
- Dichte Gespinste und Nester am Stamm oder an starken Ästen
- Besitzt gesundheitsschädliche Brennhaare
Wo können Befälle gemeldet werden?
Verdächtige Beobachtungen sollten möglichst mit Standortangabe und Foto an die Stadt Cottbus/Chóśebuz gemeldet werden:
- Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen der Stadt Cottbus/Chóśebuz
- Ordnungsamt der Stadt Cottbus/Chóśebuz
- Bei Befällen auf öffentlichen Flächen über das Bürgerhinweis- bzw. Mängelmeldesystem der Stadt (Maerker).