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Frühe Hilfen lohnen sich: Fachtag in Cottbus/Chóśebuz fordert mehr Investitionen in Familien

Beim Fachtag „(Mit)wirken, Wirklichkeit und wirksam sein“ am 20. Mai 2026 im Konservatorium Cottbus haben rund 100 Fachleute aus Jugendhilfe, Gesundheitsplanung, Politik und Verwaltung über die Bedeutung früher und bedarfsorientierter Hilfen für Familien diskutiert.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie präventive Angebote gestärkt und langfristig gesichert werden können. Prof. Dr. Uta Meier Gräwe verdeutlichte in ihrem Beitrag die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung früher Hilfen mit den Worten: „Wir müssen Kinder behandeln wie seltene Erden.“ Ihre Analyse zeigt, dass vergleichsweise geringe Investitionen in frühe Unterstützung deutlich niedrigere gesellschaftliche Folgekosten verursachen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Ziele sozialer Prävention bekannt sind. Entscheidend sei nun die konsequente Umsetzung. Als größte Herausforderungen wurden finanzielle und personelle Engpässe benannt, die vielerorts eine flächendeckende Versorgung erschweren.

Aus der Praxis wurden insbesondere folgende Bedarfe formuliert:

  • ein gut ausgebautes Netzwerk an Beratungsangeboten,
  • gute und bezahlbare Kinderbetreuung,
  • gezielte Unterstützung für Alleinerziehende,
  • frühe und bedarfsorientierte Präventionsangebote,
  • Räume für Bildung, Teilhabe und soziale Unterstützung.

Zugleich wurde betont, dass Angebote armuts-, kultur- und sprachsensibel gestaltet sein müssen, um Familien frühzeitig zu erreichen und wirksam zu unterstützen – insbesondere in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes.

Ein weiterer Schwerpunkt des Fachtages war die Frage nach der Wirksamkeit sozialer Investitionen. Für politische und finanzielle Entscheidungen seien nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Analysen sowie lebenslaufbezogene Szenarien erforderlich. Prof. Dr. Uta Meier Gräwe machte deutlich, dass sich Investitionen in Beratung, Sprachförderung, Elternstärkung und Kita-Plätze nicht nur gesellschaftlich, sondern auch fiskalisch auszahlen.

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Cottbus/Chóśebuz hatte bereits 2025 beschlossen, gemeinsam mit dem Jugendamt eine Wirkungsanalyse durchzuführen. Die Ergebnisse sollen den Stadtverordneten vorgestellt werden und als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen.

Der Ausbau niedrigschwelliger und bedarfsorientierter Angebote sowie die gezielte Ansprache von Familien bleiben zentrale Aufgaben der kommenden Jahre.

Frühe Hilfen lohnen sich: Fachtag in Cottbus fordert mehr Investitionen in Familien
Frühe Hilfen lohnen sich: Fachtag in Cottbus fordert mehr Investitionen in Familien