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Beauftragte der Stadt Cottbus warnen vor sozialem Kahlschlag

Die Beauftragten der Stadt Cottbus für die Belange von Menschen mit Behinderungen, für Seniorinnen und Senioren, für Kinder und Jugendliche sowie für Gleichstellung haben sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme zu den vom Paritätischen Gesamtverband veröffentlichten Kürzungsvorschlägen im Sozialbereich zu Wort gemeldet.

Hintergrund ist die Publikation „Drohender Kahlschlag im Sozialen“, in der weitreichende Einschnitte in den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe sowie Unterhaltsvorschuss dargestellt werden. Nach Auffassung der kommunalen Beauftragten wären insbesondere Kinder, Jugendliche, Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen betroffen.

„Für Städte wie Cottbus wären die Folgen unmittelbar spürbar“, erklären die Unterzeichnenden. Die Stadt stehe bereits heute vor den Herausforderungen des demografischen Wandels, des Strukturwandels in der Lausitz und wachsender sozialer Anforderungen. Gleichzeitig seien verlässliche Hilfen, Beratungsangebote, Teilhabechancen und soziale Infrastruktur unverzichtbar.

Die Beauftragten betonen, dass frühzeitige und individuell abgestimmte Unterstützung langfristig Kosten spare. Würden Schulbegleitungen eingeschränkt, Familienhilfen reduziert oder Teilhabeleistungen erschwert, drohten später deutlich höhere Belastungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Wohnungslosigkeit und Krisenintervention. Besonders kritisch sehen die Beauftragten Überlegungen, individuelle Unterstützungsleistungen pauschal durch Sammel- oder Gruppenlösungen zu ersetzen. Hilfen müssten sich am konkreten Bedarf des einzelnen Menschen orientieren. Selbstbestimmung, Barrierefreiheit und Chancengleichheit dürften nicht zur Disposition stehen.

Zugleich wird auf die Bedeutung sozialer Infrastruktur für Familien und Gleichstellung hingewiesen. Werden Betreuungsangebote geschwächt, träfen die Folgen häufig Frauen durch zusätzliche unbezahlte Sorgearbeit, eingeschränkte Erwerbschancen und ein erhöhtes Armutsrisiko. Auch Kinder und Jugendliche benötigten verlässliche Rahmenbedingungen, gute Bildung, Schutz und Perspektiven. Gerade im Strukturwandel brauche die Lausitz junge Menschen, die bleiben, Familien gründen und Zukunft gestalten wollen.

Die Beauftragten begrüßen, dass der Paritätische Wohlfahrtsverband die Debatte öffentlich gemacht hat, und hoffen zugleich auf eine engagierte Begleitung durch die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg. Abschließend appellieren sie an Bund und Länder, notwendige Haushaltsentscheidungen mit Augenmaß zu treffen: „Einsparungen zulasten der Schwächsten sind kein Zukunftskonzept. Kommunen brauchen verlässliche Finanzierung und starke soziale Kooperationen.“

Kontakt:
Büro des Oberbürgermeisters
Beauftragte der Stadt Cottbus
E-Mail: beauftragte@cottbus.de

Gemeinsame Stellungnahme - Drohender Kahlschlag im Sozialen

Publikation v. Paritaetischen zum drohenden Kahlschlag