Der Katastrophenschutz in Cottbus muss unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit weiterentwickelt werden. Der gleichberechtigte Schutz aller Bürgerinnen und Bürger – insbesondere von Menschen mit Behinderungen – darf kein freiwilliges Zusatzangebot sein, sondern muss verbindlicher Bestandteil kommunaler Vorsorge werden.
Krisenlagen wie langanhaltende Stromausfälle, Extremwetter oder Hochwasser treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Wer auf Assistenz, barrierefreie Kommunikation oder technische Hilfsmittel angewiesen ist, ist in solchen Situationen besonders gefährdet. Fehlende Zugänglichkeit kann im Ernstfall über Leben und Gesundheit entscheiden.
Die bestehenden Katastrophenschutz-Leuchttürme und Informationspunkte bilden eine wichtige Grundlage der kommunalen Krisenhilfe. Dennoch zeigen Erfahrungen und Rückmeldungen, dass Barrierefreiheit bislang nicht systematisch berücksichtigt wird. Hier besteht Handlungsbedarf.
Inklusion darf nicht am Katastrophenfall enden. Wenn wir Barrierefreiheit ernst nehmen, müssen wir sie auch in Ausnahmesituationen garantieren.
Der Beirat und der Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen Stadt Cottbus setzen sich daher für eine verbindliche Weiterentwicklung des Katastrophenschutzes ein. Zentrale Ziele sind:
die Aufnahme von Barrierefreiheit als verbindliches Kriterium in alle Katastrophenschutzkonzepte,
die barrierefreie Ausstattung aller Leuchttürme und Informationspunkte,
die systematische Schulung von Einsatzkräften im Umgang mit Menschen mit Behinderungen,
die Bereitstellung von Informationen in einfacher Sprache, Gebärdensprache und barrierefreien digitalen Formaten,
die feste Beteiligung des Beirats und des Beauftragten für Menschen mit Behinderung an Planungsprozessen.
Diese Maßnahmen erfordern klare Prioritäten und eine verlässliche finanzielle Ausstattung. Investitionen in barrierefreien Katastrophenschutz sind Investitionen in Sicherheit, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Diese Aufgabe ist Teil der kommunalen Verantwortung für eine inklusive Stadtgesellschaft.
Link: Katastrophenschutz-Leuchttürme und -Informationspunkte