Fachtagung Kulturelle Bildung
Generation in Interaktion
Fachtagung Kulturelle Bildung
Am 19. November 2026 steht in Cottbus das intergenerationelle Lernen in der Kulturellen Bildung im Mittelpunkt. Im Kontext des Strukturwandels in der Lausitz widmet sich die Fachtagung „Generation in Interaktion“ der Frage, wie kulturelle Bildung den Dialog zwischen den Generationen stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann. Fachpublikum und Praktizierende aus der Kulturellen Bildung, Erwachsenenbildung sowie sozialen Einrichtungen erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und praxisnahen Workshops.
🗓️ 19. November 2026
🕘 09:30 – 17:30 Uhr (Einlass ab 09:00 Uhr) + Tanzcafe 18:00 – 20:00 Uhr
📍GLADHOUSE, Straße der Jugend 16, 03042 Cottbus
Es laden ein: Bildungsbüro der Stadt Cottbus/Chóśebuz, BTU C-S/Fachgebiet Kultur- und Medienpädagogik und AG Kulturelle Bildung Utopia
Bis zum 19. November 2026 können Sie sich unter dem folgenden Link anmelden.
Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union
Kulturelle Bildung über generationen Hinweg gestalten
Wie können kulturelle Bildungsangebote Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch bringen? Welche Rolle spielt Kulturelle Bildung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und die Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz?
Diesen Fragen widmet sich die Fachtagung „Generation in Interaktion“. Freuen Sie sich auf wissenschaftliche Impulse, eine Podiumsdiskussion sowie praxisnahe Workshops, die innovative Ansätze intergenerationeller Kultureller Bildung vorstellen und Raum für Austausch und Vernetzung bieten.
Die Veranstaltung wird vom Bildungsbüro der Stadt Cottbus/Chóśebuz in Kooperation mit dem Fachgebiet Medienpädagogik Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit und der AG Utopia Kulturelle Bildung organisiert.
Worum geht es?
In vielen Angeboten Kultureller Bildung begegnen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Begleitet durch Ehrenamtliche und Fachkräfte entsteht gemeinsam Kultur: Es wird erzählt, musiziert, Theater gespielt oder kreativ gearbeitet. Das darin liegende intergenerationelle Lernen wird bislang jedoch selten systematisch betrachtet.
Genau hier setzt die Fachtagung an. Sie fragt danach, welche Lern- und Bildungspotenziale entstehen, wenn Generationen in kulturellen Kontexten miteinander in Austausch treten. Zwei wissenschaftliche Vorträge, eine Podiumsdiskussion und sieben Workshops beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von der Forschung bis zur konkreten Praxis vor Ort.
Ein zweiter Schwerpunkt der Tagung ist der Strukturwandel in der Lausitz: Kulturelle Bildung wird dabei als Ressource verstanden, die zur Fachkräftesicherung, zu Zukunftskompetenzen und zur regionalen Bindung beiträgt.
Zielgruppen
Die Fachtagung richtet sich an:
- Fachkräfte aus Bildung, Kultur und Verwaltung
- Praktizierende der Kulturellen und der Non-formalen Bildung
- Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft
- Interessierte Bürgerinnen und Bürger
Programm
ab 09:00 Uhr
09:30 – 10:00 Uhr
Begrüßung und gemeinsamer Einstieg ins Thema
10:00 – 11:00 Uhr
Zwei Fachvorträge zum intergenerationellen Lernen
L
11:15 – 12:00 Uhr
Podiumsdiskussion
L
13:00 – 15:00 Uhr
Workshopsslot 1
L
15:30 – 17:30 Uhr
Workshopsslot 2
ab 17:30 Uhr
Fachvorträge: Intergenerationelles Lernen
Intergenerationelles Lernen in der Kulturarbeit – ein Systematisierungsversuch
Prof. Dr. Julia Franz (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) entwickelt eine Matrix, mit der sich intergenerationelle Lernpotenziale in kulturellen Bildungssettings systematisch sichtbar machen lassen – von der Zusammenarbeit in Kulturvereinen über Theaterprojekte bis zu Erzählcafés. Ergänzend fließen Einblicke aus aktuellen Forschungsprojekten zur Kulturarbeit in ländlichen Räumen ein.
Zwischen Erfahrung und Aufbruch – Intergenerationelle Theaterarbeit mit Kindern und Älteren
Prof. Johanna Kaiser (ASH Berlin) geht anhand von Praxisbeispielen der Frage nach, welches Potenzial in altersgemischten Theaterprojekten liegt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem ein Projekt mit Kindern mit Fluchterfahrungen und älteren Spielerinnen und Spielern des Theaters der Erfahrungen sowie eine Kooperation im ländlichen Raum.
Podiumsdiskussion: Kulturelle Bildung im Strukturwandel
Zentrale Frage der Diskussion: Welche Rolle spielt intergenerationelle kulturelle Bildung in einer Strukturwandelregion? Kulturelle Bildung wird als strukturelle Ressource für Transformationsprozesse verstanden – sie trägt zu Zukunftskompetenzen, sozialer Kohäsion, Innovationskulturen und regionaler Bindung bei. Doch welche Herausforderungen gibt es dabei?
Die Diskussion greift die Vormittagsvorträge auf und übersetzt sie in handlungsrelevante Impulse für Kommunen, Verwaltung, Kulturinstitutionen und regionale Netzwerke. Kulturelle Bildung soll dabei nicht als zusätzliches Angebot, sondern als Bestandteil integrierter Fachkräftestrategien diskutiert werden.
Auf dem Podium: Claudia Arndt (Lausitziade gGmbH), Gabriele Grube (Fachbereichsleiterin für Kultur der Stadt Cottbus/Chóśebuz), Dr. Thomas Prennig (Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz), Rahel Thomsen (Elsterwerke/Kult!INKoffer) und Dr. Sarah Zalfen (Referatsleiterin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg).
Workshops
Die Workshops finden in zwei Zeitfenstern parallel statt. So besteht die Möglichkeit, an zwei unterschiedlichen Workshops teilzunehmen.
WORKSHOP 1
Sorbische Nailart – Daj nokśam wulicowaś / Lass die Nägel sprechen
Leitung: Karoline Schneider
sorbisch/wendische Bossiertechnik, traditionell auf Ostereiern angewendet, wird hier auf Fingernägeln erprobt. Der Workshop schafft einen niedrigschwelligen Begegnungsraum für generations- und kulturübergreifendes Lernen und macht die Symbolik sorbisch/wendischer Ostereiermotive erlebbar.

WORKSHOP 2
Blaudruck & Tracht – zum Erhalt alten Handwerks
Leitung: Daniel Häfner / Plon GmbH
Nach einer historischen Einführung in den Blaudruck und seine Verbreitung in der Lausitz geht es um Ansätze zum Erhalt alten Handwerks: von Erzählcafés und Vorführwerkstätten bis zum digitalen Trachtenprojekt „drasta digital“. Am Ende kann mit regionalen Mustern auf Stoff gedruckt werden.

WORKSHOP 3
Junge Zielgruppen begeistern – Marketing in der kulturellen Bildung
Leitung: Carola Laun / Kinder & Jugend Marketing Kontor
Wie erreicht man Kinder und Jugendliche? Carola Laun zeigt, wie Marketing auch mit kleinen Ressourcen funktioniert, und gibt konkrete Tipps zu Positionierung, Botschaften und Social Media. Teilnehmende können eigene Fragestellungen einbringen.

WORKSHOP 4
Generationen im Dialog – Radioprojekte gemeinsam gestalten
Leitung: Julie Guigonis / Radio Sternchen
Das Projekt „Generationsübergreifendes Radio“ richtet sich an alle, die über das Medium Radio in den intergenerationellen Dialog treten möchten. Ein Mikrofon eröffnet oft ungeahnten Gesprächsraum für Familienerinnerungen, Diskussionen und einfache Gespräche zwischen den Generationen.

WORKSHOP 5
Erzählcafé – Ein Stück vom Glück
Leitung: Romy Fröhlich / Theaterwerk Fröhlich
Ein Raum für Begegnung und Erinnerung: Teilnehmende erzählen sich Glücksgeschichten und tauschen sich über Generationen hinweg aus. Impulse aus dem biografischen Theater unterstützen den Zugang zu eigenen Erinnerungen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

WORKSHOP 6
TeamKultur
Leitung: Team von Kult!INKoffer / Elsterwerke
Ein Teambildungs-Kurs mit Übungen aus Tanz, Theater, Kunst, Schreiben und Musik. Geleitet wird der Workshop von einem inklusiven Trainerteam aus Künstlerinnen, Schauspielern, Tänzerinnen, Musikern und Autorinnen. Im Anschluss ist Zeit für Austausch, Ideen und Fragen.

WORKSHOP 7
Non-formale Bildung als strategischer Baustein im Strukturwandel
Leitung: Franziska Schönfeld / Futures Coaching
Non-formale Bildung kann Fachkräftesicherung unterstützen, Lebensqualität steigern und Menschen befähigen, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Gemeinsam werden Handlungsfelder für eine kommunale Strategie zur non-formalen Bildung erarbeitet.

Ausklang mit Tanzcafé Nykus
Zum Abschluss lädt das Schülerunternehmen des Niedersorbischen Gymnasiums Cottbus / Dolnoserbski Gymnazium zum Tanzcafé Nykus. Das 2025 gegründete Schülerunternehmen verbindet sorbische Traditionen mit kreativen Ideen. Jung und Alt kommen zusammen, lernen traditionelle Tänze der Lausitz kennen und erleben Begegnung und neue Kontakte, beim Zuschauen oder Mittanzen.