AG POLITISCHE BILDUNG COTTBUS
Die AG „Politische Bildung“ der Stadt Cottbus/Chóśebuz ist ein Zusammenschluss aus Akteurinnen und Akteuren der politischen Bildungsarbeit. In der AG arbeiten sowohl Aktiven aus der Zivilgesellschaft mit als auch Personen im hauptamtlichen Kontext von Bildungsinstitutionen, Universität sowie aus der Verwaltung. Die AG vernetzt Akteurinnen und Akteure, plant gemeinsame Aktivitäten und Kooperationen, bearbeitet gemeinsam Themen und setzt darüber hinaus Projekte um.
Seit 2021 laden die Themenwochen der AG Politische Bildung Cottbus dazu ein, unter die Oberfläche gesellschaftlicher Entwicklungen zu schauen. Was zunächst mit der Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrecht begann, führte über die Beschäftigung mit geschlossenen und offenen Gesellschaften hin zur Frage nach den Voraussetzungen und der Verletzlichkeit demokratischen Zusammenlebens.
Themenwoche 2026 –
Lebensentwürfe in Freiheit und Unfreiheit
In diesem Jahr richten wir den Blick auf die Menschen selbst: auf ihre Lebensentwürfe in Freiheit und Unfreiheit.
Die Themenwochen 2026 fragen danach, wie Menschen mit Freiheit umgehen, wie sie Unfreiheit erfahren und welche Spuren politische Gewalt, Diktatur, Krieg, Vertreibung und Ausgrenzung über Generationen hinweg hinterlassen. Sie beschäftigen sich mit Fragen von Identität und Zugehörigkeit, mit den Handlungen unserer Vorfahren und den Konsequenzen für die Gegenwart.
Seien Sie dabei!
02.11., 18 Uhr
ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG
„Grenzverschiebungen in der Erinnerungskultur. Deutsche und osteuropäische Perspektiven“
Staatstheater Cottbus
Theaterkantine Tellheim
Schillerplatz 1
03046 Cottbus
Impuls:
Prof. Dr. Thomas Schaarschmidt (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)
Podiumsgespräch:
Prof. Dr. Claudia Weber (Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder))
Anica Happich (Co-Schauspieldirektorin am Staatstheater Cottbus), angefragt
Olga Fedyanina (Leitende Schauspieldramaturgin am Staatstheater Cottbus), angefragt
Prof. Dr. Thomas Schaarschmidt (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)
Moderation:
Dr. Stefanie Kaygusuz (Leiterin Gesellschaftliche Grundsatzfragen, Büro des Oberbürgermeisters, Stadt Cottbus/Chóśebuz)
Susanne Kschenka (Stellvertreterin der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD))
04.11., 17 Uhr
Nagelkreuz-Andacht
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. lädt am Mittwoch, den 4. November 2026 um 17 Uhr zur öffentlichen Nagelkreuzandacht in die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ein.
Die Fürbitten gelten besonders den Menschen, die unter den Spätfolgen der kommunistischen Diktatur leiden und/oder auch heute noch immer unter Diktaturbedingungen in Gefängnissen inhaftiert sind. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich willkommen!
Anmeldung erbeten unter anmeldung@menschenrechtszentrum-cottbus.de oder Telefon +49 (03 55) 29 01 330
04.11., 18 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Roland Rosenow (Freuburg) - BTU OPEN CAMPUS
Stadtmuseum Cottbus
Bahnhofstraße 22
03046 Cottbus
Thema „Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“ im Stadtmuseum Cottbus. Im Rahmen der Ausstellung „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus. 1933 – 1945 – heute“
08.11., 17 Uhr
Sonderausstellung und Gottesdienst zum Pogromgedenken
Oberkirche St. Nikolai
Oberkirchplatz 12
03046 Cottbus
Begleitend zum Gottesdienst besteht die Möglichkeit zum Besuch der Sonderausstellung „Cottbus. Ein Bahnhof der Erinnerung“:
Die Ausstellung zeigt wie Ausgrenzung, Entrechtung und Gewalt der Verschleppung der Cottbuser jüdischen Bevölkerung vorausgehen. Sie rückt Cottbus als Durchgangsstation von Deportationszügen in den Blick und thematisiert das Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zwangsarbeit: Der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte prägt den Alltag in zahlreichen Cottbuser Betrieben und Institutionen in der Zeit des Nationalsozialismus.
09.11., 17 Uhr
Zentrale Veranstaltung des Landes Brandenburg zur Erinnerung an den "Mauerfall"
GLADHOUSE
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Am 9.11.2026 findet im Jugendkulturzentrum GLADHOUSE in Cottbus/Chóśebuz die zentrale Veranstaltung des Landes Brandenburg zur Erinnerung an den Mauerfall statt. Sie erinnert an die Ereignisse des 9.11.1989 und deren Bedeutung für den Weg zur deutschen Wiedervereinigung.
Gemeinsam getragen wird die Veranstaltung vom Landtag Brandenburg, der Staatskanzlei, dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, der Beauftragten des Landes zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur sowie der Stadt Cottbus/Chóśebuz.
Teilnahme: mit Anmeldung
09.11., 18 Uhr
"Ich wand're durch Theresienstadt ..." - Musikalische Lesung
Konservatorium Cottbus
Puschkinpromenade 13/14
03044 Cottbus
Eine musikalische Lesung über das Ghetto Theresienstadt mit dem Bläserquintett OPUS 45, dem bekannten Schauspieler Roman Knižka und dem Theresienstadt-Überlebenden Ernst Grube sowie unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern von drei Cottbuser Gymnasien.
Die Veranstaltung erinnert an das Ghetto Theresienstadt, an das Leid der dort inhaftierten Menschen, aber auch an die Kraft von Musik, Literatur und Erinnerung. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische und demokratiefeindliche Tendenzen stärker werden, setzt sie ein Zeichen für Menschenwürde, Empathie und lebendige Erinnerungskultur.
09.11., 18:30 Uhr
TAMARA - Film & Gespräch
Zentrale Veranstaltung des Landes Brandenburg zur Erinnerung an den Mauerfall
GLADHOUSE
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Handlung: Die 1990 geborene Tamara (gespielt von Linda Pöppel) reist zu einem Geburtstag in ihre alte Heimat zurück und trifft auf ihre DDR-geprägte Mutter (Lina Wendel). Der Film beleuchtet den schmerzhaften Konflikt zwischen den Generationen und das Erbe der deutschen Teilung.
Danach im Gespräch:
Jonas Ludwig Walter | Regisseur
Susanne Kschenka | Stellvertreterin der Aufarbeitungsbeauftragten / LAkD
Eine Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche AG Politische Bildung Cottbus/Chóśebuz | Getragen durch den Landtag Brandenburg, die Staatskanzlei, das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, die Beauftragte des Landes zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und die Stadt Cottbus/Chóśebuz.
Eintritt frei | Reservierung empfohlen | www.obenkino.de
10.11., 10 Uhr
Ausstellungstruck „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeuginnen und Zeitzeugen“
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Das Projekt „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ analysiert und vermittelt, welche Potenziale und Grenzen die Möglichkeiten der virtuellen Realität nach dem baldigen Ende der NS-Zeitzeugenschaft für die Geschichtsvermittlung und Erinnerungskulturen bieten.
10.11., 17 Uhr
DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER - Film & Gespräch
GLADHOUSE
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Schulklasse, die anlässlich des Ungarnaufstands 1956 im Unterricht mit einer Schweigeminute der Opfer gedachte. Mit den massiven Konsequenzen durch Schule und Staat haben die Schülerinnen und Schüler nicht gerechnet. Sie halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert …
Danach im Gespräch:
Karsten Köhler | Zeitzeuge
Moderation: Andrea Woitschack | Bundesarchiv /Stasi-Unterlagen-Archiv Außenstelle Frankfurt (Oder)
11.11., 10 Uhr
MEMORIAL LIQUIDATION
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Das Medienpädagogische Angebot MEMORIAL LIQUIDATION ist für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10, 11 und 12. geeignet und findet in englischer Sprache statt.
Die beiden russischen Filmemacher Vasily Bogatov und Taisiya Krugovykh schildern die Situation der unter politischen Druck geratenen russischen Opposition unter der Herrschaft von Putin. Vasily Bogatov und Taisiya Krugovykh leben derzeit im Exil.
MEMORIAL LIQUIDATION hatte 2025 auf dem Osteuropäischen Filmfestival seine Premiere in Deutschland.
11.11., 17 Uhr
Filmgespräch
MEMORIAL LIQUIDATION
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Der Film dokumentiert die heimliche Evakuierung der Archive von Memorial – die Informationen über stalinistische Repressionen, Dissidenten und Henker der Sowjetzeit enthalten – sowie den Abschied von den Büroräumen der Organisation, die per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt wurden.
Vasily Bogatov, Taisiya Krugovykh:
„Seit 2011 haben wir mehrere Dokumentarfilme über politische und gesellschaftliche Themen gedreht, die staatliche Gewalt aufzeigen. In dieser Zeit schlossen wir uns Memorial an. Als Memorial die Mitteilung über die Auflösung erhielt, wurde uns klar, dass wir diesen Prozess filmen mussten – es war ein historischer Moment, der einen tiefgreifenden Wandel im Regime von Wladimir Putin markierte. Er stand für die vollständige Zerschlagung der russischen Zivilgesellschaft.“
Das Filmgespräch wird gedolmetscht.
12.11., 09 Uhr
DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER - Film & Gespräch
Schulvorstellung
GLADHOUSE/OBENKINO
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Schulklasse, die anlässlich des Ungarnaufstands 1956 im Unterricht mit einer Schweigeminute der Opfer gedachte. Mit den massiven Konsequenzen durch Schule und Staat haben die Schülerinnen und Schüler nicht gerechnet. Sie halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert …
Danach im Gespräch:
Karsten Köhler | Zeitzeuge
Moderation: Andrea Woitschack | Bundesarchiv /Stasi-Unterlagen-Archiv Außenstelle Frankfurt (Oder)
12.11., 14 Uhr
DIE LETZTE ADRESSE
Sielower Landstraße 101
03044 Cottbus
Installation einer Gedenk- und Erinnerungstafel für den Cottbuser Bürger Roland Kurtze.
Kurtze wurde vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet, verurteilt, hingerichtet – und 2001 von der russischen Generalstaatsanwaltschaft rehabilitiert.
Die Veranstaltung wird von MEMORIAL Deutschland – in Kooperation mit der GWC GmbH und ACB e.V. – verantwortet.
12.11., 17 Uhr
Wehrpflicht - Smash or Pass
Kirche Mittendrin
Spremberger Str. 29
03046 Cottbus
Inhalt:
Impuls-Panel & World Café
Gäste:
ehemaliger Wehrdienstleistender
Person aus zivilem Dienst
Aktivistische Person
Beratungsperson
Ziel:
Reflexion: Welche Haltung habe ich? Wie stehe ich zu anderen Haltungen?
Raum schaffen, um verschiedene Haltungen und Geschichten zu hören
Raum schaffen, um Fragen stellen zu können
12.11., 17 Uhr
SCHNEE VON GESTERN
Film & Gespräch
GLADHOUSE/OBENKINO
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Ein epischer Dokumentarfilm der Filmemacherin Yael Reuveny über Familiengeschichten, die vererbt werden wie die Farbe der Augen. Eine persönliche Reise zwischen Israel und Deutschland.
im Gespräch:
Yael Reuveny | Regisseurin
Eine Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche AG Politische Bildung Cottbus/Chóśebuz in Kooperation mit dem BildungsBausteine e.V. und dem Losmachen e.V.
13.11., 10 Uhr
Workshop "Rechte Gewalt und Gegenwehr"
Lernzentrum, Stadt- und Regionalbibliothek/ Volkshochschule
Berliner Str. 13-14
03046 Cottbus
Anfang der 1990er Jahre eskalierte die antisemitische, rassistische und (extrem) rechte Gewalt in Deutschland. Rückblickend wird diese Zeit häufig mit dem Begriff der „Baseballschlägerjahre“ beschrieben – ein Sinnbild für die brutalen Übergriffe von Neonazis auf Menschen, die von Rassismus betroffen waren, auf Jüdinnen und Juden, Linke, Wohnungslose sowie Menschen mit Behinderungen.
Im Seminar richten Sie den Fokus auf Brandenburg bzw. Cottbus, wo zahlreiche auch tödliche Gewalttaten verübt wurden. Etwa Amadeu Antonio, das erste Opfer nach der Wiedervereinigung, wurde 1990 in Eberswalde von Neonazis ermordet und 1997 Mathias Scheydt in Cottbus.
Neben einer Auseinandersetzung mit den Opfern und Betroffenen, werfen Sie einen Blick auf die Ursachen für diese Eskalation der Gewalt in Ost und West.
Auch heute erleben Sie ein Erstarken extrem rechter Jugendkultur und eine Zunahme rechter Gewalt. Sie werden im Seminar diskutieren, was Sie aus den 1990er Jahren für die Gegenwart lernen? Welche Strategien im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus wirksam waren, welche nicht und welche Ansätze heute sinnvoll sind? Die Auseinandersetzung mit den 1990er Jahren kann Sie für Ihr heutiges zivilgesellschaftliches Engagement stärken.
Dozentin: Anna-Maria Wild
Kosten: entgeltfrei
Anmeldung: www.vhs-cottbus.de oder volkshochschule@cottbus.de
14.-15.11., 10 Uhr
Familiengeschichten in Ost und West - Workshop zur biografischen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Shoa
Projektraum von Losmachen e.V. Schlosskirchpassage
Brandenburger Pl. 11
03046 Cottbus
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der BRD und der DDR unterschied sich in vielerlei Hinsicht. Doch in beiden deutschen Staaten wurde in den meisten Familien über die aktive und passive Beteiligung an den nationalsozialistischen Verbrechen geschwiegen. Dieses Schweigen prägt die nachfolgenden Generationen bis heute. Auch in vielen Familien von NS-Verfolgten wurde die Vergangenheit beschwiegen, wenn auch aus völlig anderen Gründen. Unabhängig davon, ob die Überlebenden über ihre Verfolgungsgeschichte sprachen oder nicht, wurde das Trauma an die Nachfahren weitergegeben und hat sich auf vielfältige Weise in deren Leben niedergeschlagen.
Im Rahmen des Workshops bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen – egal, um was für eine Geschichte es sich handelt. Gemeinsam reflektieren wir die bisherige Beschäftigung mit der Familienbiografie, bereiten uns auf Gespräche mit Angehörigen vor und teilen Tipps für die Recherche in Archiven.
Als Einstieg zum Workshop wird empfohlen, den Film ‚Schnee von gestern‘, der am 12.11.2026 um 17.00 Uhr im Obenkino läuft, zu schauen.
Workshoptag I (14.11.): 10 bis 18.30 Uhr
Workshoptag II (15.11.): 10 bis 16.00 Uhr
Weitere Infos zum Workshop und zum Ablauf: https://cottbus.vonunten.org/events/cbb5df61-4222-4297-bcd0-18b49103fda6
Die Veranstaltung findet als Kooperation von BildungsBausteine e.V. und Losmachen e.V. statt.
15.11., 20 Uhr
HELENE WEIGEL - REVOLUTIONÄRIN IM RAMPENLICHT
GLADHOUSE
Str. der Jugend 16
03046 Cottbus
Der Film ist ein provokantes Film- und Epochenporträt, in dessen Zentrum Helene Weigel steht: Theater-Ikone, Revoluzzerin, Wiener Jüdin, staatenlose Weltbürgerin, Intendantin des Berliner Ensemble, Frau der Extreme und Brechts.
DE, AT 2026 | 102 Min | FSK: 6 | Buch & Regie: Maria Wischnewski
www.obenkino.de
16.11., 10 Uhr
Fachtag "Außerhalb der Norm: Verfolgung als "Asoziale" in zwei Diktaturen"
Stadtmuseum Cottbus
Bahnhofstraße 22
03046 Cottbus
Die Unrechts- und Gewalterfahrungen von als „asozial“ stigmatisierten, verfolgten und kriminalisierten Menschen im deutschsprachigen Raum ist bis heute wenig beachtet. Vorangetrieben wurde diese Verfolgung von staatlichen Behörden unter jeweils spezifischen ideologischen Vorzeichen im Nationalsozialismus und in der DDR. Erstmalig nehmen sich die Ausstellungen „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus“ (2024) und „Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale‘ als Staatsfeinde in der DDR“ (2026), die zeitgleich in Cottbus zu sehen sind, dieses Themas an.
Auf dem Fachtag werden beide Ausstellungen vorgestellt, Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen gehört und Kontinuitäten der Ausgrenzung und Kriminalisierung sowie Unterschiede der Verfolgung diskutiert.
Dieser fachliche Austausch richtet sich u.a. an Menschen aus Verwaltung, Polizei, Justiz, der sozialen Arbeit, Bildung, Gesundheit als auch aus Gedenkstätten und der historischen Aufarbeitung.
Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Anmeldung bitte bis zum 5.11.1026 unter:
eva.fuchslocher@menschenrechtszentrum-cottbus.de
16.11., 17 Uhr
Öffentliche Veranstaltung: "Außerhalb der Norm: Verfolgung als "Asoziale" in zwei Diktaturen" - Aus der Perspektive von Betroffenen und Angehörigen.
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Abschlussveranstaltung des Fachtages, zu der Sie herzlich eingeladen sind.
Anmeldung unter:
Anmeldung@menschenrechtszentrum-cottbus.de
Ausstellung im Menschenrechtszentrum Cottbus
Fotoausstellung "Die Frauen von Hoheneck. Fotografien von Dirk Vogel"
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Die vom Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen in der SBZ/SED-Diktatur e. V. herausgegebene Fotoausstellung enthält Porträts von 19 Frauen und 1 Mann, deren Schicksal eng verknüpft und geprägt ist von der Inhaftierung im berüchtigten Gefängnis Hoheneck in der DDR. Die Porträts zeigen sie in ihrem privaten Umfeld, wie es sich so viele Jahre nach den Hafterlebnissen darstellt, zum Teil auch bei Begegnungen in Hoheneck.
Ausstellung im Menschenrechtszentrum Cottbus
Wanderausstellung "Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale' als Staatsfeinde in der DDR"
Menschenrechtszentrum / Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Die Ausstellung in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus widmet sich einem weitgehend in Vergessenheit geratenen Kapitel der DDR-Geschichte: Die systematische Ausgrenzung, Disziplinierung und Kriminalisierung von Menschen, die als „asozial“ galten. Wer nicht dem Idealbild des „sozialistischen Menschen“ entsprach – etwa durch vermeintliche Arbeitsscheu, abweichenden Lebensstil oder die politische Haltung – wurde zum Staatsfeind erklärt. Medien, Behörden und Justiz prägten das Bild „asozialer Elemente“ als Gefahr für Ordnung, Arbeitsproduktivität und kollektive Moral.
Ausstellung im Stadtmuseum Cottbus
"Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus. 1933 - 1945 - heute"
Stadtmuseum Cottbus
Bahnhofstraße 22
03046 Cottbus
Die Ausstellung erinnert an Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Ihre Erfahrungen stehen im Zentrum. Zwischen 1933 und 1945 greifen Behörden und Polizei gesellschaftliche Vorurteile auf. Sie kontrollieren, drangsalieren und berauben Zehntausende ihrer Freiheit. Viele werden ermordet. Die Bundesrepublik, die DDR und Österreich verweigern den Betroffenen eine Entschädigung. Ihre Unrechtserfahrungen werden verleugnet. Erst 2020 beschließt der Deutsche Bundestag ihre Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus.
Eine Ausstellung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg | Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Die Ausstellung wird im Stadtmuseum Cottbus gezeigt in Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus-Senftenberg, dem KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not Int. e.V., der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten | Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz, dem Förderverein der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, dem Justus Delbrück Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz sowie dem Historischen Heimatverein Cottbus e.V.