Zukunft ethnographieren! – Warum gerade die Vergangenheit NICHT die richtige Perspektive zur Erforschung Ostdeutschlands ist
Öffentlicher Vortrag von Dr. Felix Ringel (Durham University, UK): Die Zukunft war lange Zeit nicht Schwerpunkt sozialwissenschaftlicher Forschung. Das ist ein gravierender Mangel, gerade weil in den vergangenen Jahrzehnten die Zukunft selbst zum allbestimmenden Problem geworden ist. Menschen in postindustriellen Gesellschaften erleben den sogenannten Spätkapitalismus als eine Welt der Unsicherheit und Unplanbarkeit. In diesem Kontext wird oft den Verlierern der postindustriellen Revolution, zu denen auch Ostdeutsche gehören, jedwede Handlungsmacht bezüglich der Zukunft aberkannt. Anhand seiner Forschungen in postindustriellen Städten in Ost- und Westdeutschland zeigt Felix Ringel, warum es wichtig ist, menschliche Beziehungen zur Zukunft ernst zu nehmen. Doch wie erforscht man eigentlich die Zukunft, wenn sie noch nicht geschehen ist? Und, viel wichtiger, wie können sich moderne Gesellschaften die Zukunft wieder zu eigen machen?
Keine Anmeldung erforderlich.
Vortrag im Rahmen des Projekts „Ein immer noch geteilter Himmel? Verflechtungen und Asymmetrien entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze“, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, organisiert vom Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION.