Wer möchte nicht im Leben bleiben – Matinée im Rahmen der Ausstellung „Entfernung von der Truppe“
„Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist der Titel einer Matinee am Sonntag, den 20. September, 10 Uhr, in der St.-Marien-Kirche Frankfurt (Oder). Vor dem Hintergrund der Ausstellung „Entfernung von der Truppe“ über Deserteure im 2. Weltkrieg geht es den Künstlern um ein klares „Nein“ zum wiedererstarkenden Militarismus in Deutschland. In Liedern und Gedichten werden Liedermacherin Heike Mildner, Sängerin Carmen Orlet und die Frankfurter Poeten Henry-Martin Klemt und Maik Altenburg Worte und Töne finden, die zur Friedensarbeit ermutigen. Sie ziehen den Bogen von den Deserteuren, die nicht mehr für Hitler kämpfen wollten und ihr „Nein“ teils mit dem Leben bezahlten über die „Spatensoldaten“ in der Nationalen Volksarmee der DDR – dazu wird es ein Gespräch mit Reinhard Schülzke geben – bis hin zur Rede des Schriftstellers Navid Kermani auf der jüngsten Vereidigung von Bundeswehrsoldaten, der mahnte: „Sollte eine künftige Bundesregierung sie in einen Krieg führen wollen, der so offenkundig völkerrechtswidrig und auch politisch desaströs ist, wie der jüngste Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran, dann wird es ihre Pflicht sein, den Befehl zu verweigern.“
Geschichte und Gegenwart rücken an diesem Vormittag also zusammen: In den Gedichten und Texten von Henry-Martin Klemt und Maik Altenburg wie in den Liedern von Heike Mildner, Gerhard Gundermann, Leon Gieco, Keimzeit und nicht zuletzt im Lied „Wer möchte nicht im Leben bleiben“, das 1959 für den antifaschistischen DEFA-Film „Sie nannten ihn Amigo“ entstand und heute als universelles Friedenslied gesungen wird.
Diese Begleitveranstaltung zur Ausstellung, am Internationalen Weltkindertag und am Vortag des Weltfriedenstag der Vereinten Nationen, findet in Rahmen des Interkulturellen Sommers statt.
Weitere Informationen:
http://www.puertoalegre.de