Vernissage: Entfernung von der Truppe
Allein in Deutschland und Österreich wurden zwischen 1939 und 1944 mehr als 100.000 Urteile und mehr als 22.000 Todesurteile wegen Desertion und Kriegsdienstverweigerung gefällt. Damit ‚übertraf‘ die deutsche Militärjustiz sogar den berüchtigten ‚Volksgerichtshof‘ mit ihrem Vorsitzenden Roland Freisler. Wer nicht zum Tode verurteilt wurde, kam in Strafbataillonen und ‚Himmelfahrtskommandos‘ um. Nur wenige überlebten. Es bleibt das Verdienst dieser Männer, dass durch ihre Nichtteilnahme der Krieg am 8. Mai 1945 zu Ende war. Weil durch sie Befehle damals nicht ausgeführt wurden, blieben Menschen am Leben, wurden Dörfer, Brücken und Städte nicht zerstört.
Trotz dieser Tatsache gibt es bis heute nur wenige Stellen, die zur Erinnerung an sie Briefe und Fotos gesammelt haben. In mühevoller über 10jähriger Kleinarbeit ist es gelungen, wenigstens 50 Personen aus dem Vergessen zu holen und eine Ausstellung dazu zusammenzustellen. Zeitgenössische Fotos ergänzen die Bilder.
Ausstellungsdauer: 25.08. – 06.10.2026
Vernissage: 25.08.2026, 17:00 Uhr
Am 25. August lädt der Verein Puerto Alegre zur Vernissage um 17:00 Uhr in die St.-Marien-Kirche ein. An der Eröffnung der Ausstellung „Entfernung von der Truppe“ wirken mit: Jochen Schmidt, Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum Berlin, Carmen Winter, Autorin, Peggy Luck und Thomas Strauch als Liedermachende.
Weitere Informationen:
http://www.puertoalegre.de