Melanchthon-Oratorium
Unter der Leitung des Komponisten musizieren das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) und eine dreiköpfige Band, es singen die Chöre des Melanchthon Gymnasiums sowie die Kantorei und der Kinder- und Jugendchor der St. Marienkirche Herzberg. Als Solisten wirken die Sopranistin Frieda Barck und der Sprecher Frank Roder mit. Das Oratorium, dessen Titel sich auf die Gravur einer Taschenuhr aus dem Besitz von Philipp Melanchthon (1497-1560) bezieht, zeichnet ein Porträt des bedeutenden Reformators aus menschlicher wie aus theologischer Sicht. Einzelne Passagen widmen sich seiner Kindheit und seiner Familie, aber auch seinen religiösen und seinen pädagogischen Ansätzen, mit denen Melanchthon an der Seite von Martin Luther zum „Praeceptor Germaniae“ – also zum Lehrer Deutschlands – wurde. Dabei wird der für seine diplomatische Zurückhaltung bekannte Mann auf überraschende Weise lebendig – fromm, aber auch fröhlich, in mitreißenden und anrührenden Liedern sowie im ständigen Dialog mit seiner Seele und mit seiner Umwelt. Dass Melanchthon tatsächlich bereits am Beginn des 16. Jahrhunderts ein eigenes Chronometer mit sich führte, macht ihn buchstäblich zum Zeit-Zeugen. Und dass die Musik ihn im 21. Jahrhundert vergegenwärtigt, lässt seinen Lebenslauf auch zu einer spannenden Zeit-Reise für heutige Interpreten und Zuhörer werden.