„Kalauer statt Knöllchen“
Wer dieses Jahr in Calau am Dienstag, 1. Dezember, einen Parkplatz sucht, darf es ruhig etwas entspannter angehen. Denn an diesem Tag gilt: Falschparken ist erlaubt – ausnahmsweise! Denn an zwei Tagen im Jahr zeigt sich die „Stadt der Kalauer“ von ihrer humorvollen Seite und unterstreicht, warum hier manches mit einem Augenzwinkern gesehen wird: „Immer am Gründonnerstag und rund um den Nikolaustag machen wir bereits seit Jahren unserem Namen als Stadt der Kalauer alle Ehre und verteilen ‚Kalauer statt Knöllchen‘“, informiert Jörg Suchomel, der als Politeur seit Jahren die Aktion maßgeblich begleitet. Wer an diesem Tag in der Innenstadt falsch parkt, also etwa die Parkscheibe vergisst oder die Zeit überzieht, bekommt neben einem freundlichen Hinweis auf den Verstoß ein kleines Präsent und einen echten Kalauer, unterschrieben von Bürgermeister Marco Babenz. Und weil auch Calau die STVO nicht gänzlich außer Kraft setzen kann, kommt ein (kleiner) erhobener Zeigefinger mit hinter die Windschutzscheibe. Über die Jahre hinweg hat die Aktion längst Fans über die Stadtgrenzen hinaus gefunden. „Die wollen alle humorvoll abkassiert werden“, witzelt der Politeur. Sogar mit Berlinern sei er schon ins Gespräch gekommen, die sich ihr persönliches Erinnerungsstück sichern wollten.
Und weil man einen Besuch in Calau nicht mit einem Knöllchen beginnen und gleich wieder beenden sollte, laden die Händler zum Großmarkt und die Geschäfte der Innenstadt zum vorweihnachtlichen Bummel ein. Wer weiß, vielleicht ist am Ende das Präsent vom Politeur nicht das einzige, was mit nach Hause kommt.
Aber Achtung: Wer am 1. Dezember Gefallen am Falschparken findet, sollte sich hüten, Wiederholungstäter zu werden. Denn ab dem 2. Dezember gelten wieder die üblichen Regeln – und die Knöllchen sind dann auch in Calau keinesfalls mehr lustig.