Die Stadt Cottbus/Chóśebuz treibt die Planungen zur dauerhaften Sanierung der Erdfälle am Stadtring weiter voran. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, den nördlichen Geh- und Radweg künftig wieder mit einer angepassten Wegeführung für den Fuß- und Radverkehr freizugeben. Die Erdfälle stehen im Zusammenhang mit der laufenden Altlastensanierung des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels.
Der nördliche Geh- und Radweg kann künftig analog zur südlichen Seite mit einer angepassten Wegeführung wieder für den Fuß- und Radverkehr freigegeben werden. Hierfür werden zusätzliche Sicherungsmaßnahmen eingerichtet, die ein sicheres Passieren der vorhandenen Schadstellen ermöglichen. Die Umsetzung ist mit entsprechenden Kosten verbunden, stellt gleichzeitig einen Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit, Nutzbarkeit und den bis zur endgültigen Sanierung noch erforderlichen Einschränkungen dar.
Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer besitzt weiterhin oberste Priorität. Gleichzeitig verfolgt die Stadt das Ziel, die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung bis zur Umsetzung der dauerhaften Sanierung so gering wie möglich zu halten.
Aufgrund der historischen Schadstoffkontaminierung des Erdreichs und des Grundwassers werden seit mehr als zwei Jahrzehnten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen auf bzw. unter dem Stadtring sowie auf dem Grundstück des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels (heute BMX-Bahn und Parkplatz) durchgeführt. Hierfür wurden insgesamt 55 Schachtbauwerke zur Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung errichtet. Die Maßnahmen dienen dem Schutz von Mensch und Umwelt sowie der nachhaltigen Beseitigung der Schadstoffbelastungen.
Im Jahr 2023 und 2024 wurden im Bereich mehrerer Schachtbauwerke Setzungen und Erdfälle festgestellt. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer jederzeit zu gewährleisten, wurden unverzüglich Maßnahmen der Gefahrenabwehr eingeleitet. Hierzu gehörten die Absicherung der betroffenen Bereiche, die Einrichtung von Verkehrseinschränkungen sowie die Sperrung des nördlichen Geh- und Radweges. Der südliche Geh- und Radweg konnte seitdem unter Einschränkungen weiter genutzt werden. Die Führung erfolgt dort mittels einer angepassten Wegeführung, sodass Radfahrende und Fußgänger die Schadstellen sicher umfahren beziehungsweise umgehen können.
Zur kurzfristigen Stabilisierung des Untergrundes wurde Ende 2024 zunächst ein Pilotversuch mit einem speziellen Expansionsharz an ausgewählten Schadstellen durchgeführt. Das Verfahren sollte die vorhandenen Hohlräume dauerhaft verfüllen und den Baugrund stabilisieren. Die Ergebnisse entsprachen jedoch nicht den fachlichen Anforderungen, sodass dieses Verfahren für eine großflächige Sanierung nicht weiterverfolgt werden konnte.
In der Folge leitete die Stadt Cottbus/Chóśebuz im Jahr 2024 ein Vergabeverfahren zur Beauftragung eines spezialisierten Planungsbüros ein, das ein dauerhaftes Sanierungskonzept entwickeln soll. Mehrere Ausschreibungsverfahren verliefen jedoch erfolglos. Erst im Rahmen einer Direktvergabe konnte Ende 2025 ein erfahrenes Ingenieurbüro gebunden werden.
Derzeit werden die erforderlichen Planungsleistungen erbracht. Aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse, der laufenden Altlastensanierung sowie der unmittelbaren Lage der Schachtbauwerke im öffentlichen Verkehrsraum ist eine technisch anspruchsvolle Planung erforderlich. Die Planungsarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2026 andauern. Nach Abschluss der Planung ist vorgesehen, die bauliche Sanierung der Erdfälle Anfang 2027 zu beginnen.
Die Stadt Cottbus/Chóśebuz bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die weiterhin erforderlichen Einschränkungen und wird die Öffentlichkeit über den Fortgang der Planungen sowie den Beginn der Bauarbeiten kontinuierlich informieren.