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Wieder-Einweihung der 36. FrauenOrte-Gedenktafel für die ersten weiblichen Stadtverordneten in Cottbus 1919

Am Mittwoch, 23. September 2026, wurde am Stadthaus Cottbus, dem heutigen Tagungsort der Cottbuser Stadtverordneten, die 36. FrauenOrte-Tafel im Land Brandenburg wieder eingeweiht.

Die 36. FrauenOrte-Tafel würdigte seit dem 9. März 2014 das politische Engagement der ersten fünf weiblichen Cottbuser Stadtverordneten. Da die Tafel von Vandalismus betroffen war, wurde die neu gestaltete Tafel aufgestellt.

Die ersten weiblichen Cottbuser Stadtverordneten wurden am 2. März 1919 in die Stadtverordnetenversammlung von Cottbus gewählt. Den Wahlen war ein langer Kampf um das Frauenstimmrecht vorausgegangen – nicht nur in Cottbus. Schließlich wurden Frauen im Zuge der Novemberrevolution 1918 zur Wahl zugelassen. Die fünf in Cottbus gewählten Frauen waren unter den 45 Abgeordneten deutlich in der Minderheit. Heute wissen wir nur noch wenig über sie. Anna Utz, Martha Peschke, Elsbeth Petschke, Dr. Charlotte Großmann und Johanna Grauert waren zwischen 29 und 52 Jahre alt, saßen für verschiedene Parteien im Stadtparlament und hatten unterschiedliche Berufe, Ausbildungen und Familiensituationen. Sie verband aber ihr politisches Engagement.

Die feierliche Wieder-Einweihung begann mit kurzen Grußworten am Tafelstandort am Stadthaus Cottbus. Anschließend konnten sich Interessierte Teile der FrauenOrte-Wanderausstellung im Stadthaus Cottbus ansehen. Die FrauenOrte-Performance der tanzkompagnie golde g. schloss daran an.

Aline Erdmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Cottbus/Chóśebuz, erklärt: „Frauen müssen in der Kommunalpolitik gleichberechtigt vertreten sein und politische Entscheidungen aktiv mitgestalten. Unterschiedliche Lebensrealitäten brauchen unterschiedliche Perspektiven – deshalb dürfen die Erfahrungen und Sichtweisen von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen nicht fehlen. Eine repräsentative Demokratie braucht Frauen und Männer gleichermaßen.“

Das Projekt „FrauenOrte im Land Brandenburg“ vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V. (FPR) macht den Beitrag von Frauen zur Brandenburgischen Landesgeschichte sicht- und hörbar. Mit Gedenktafeln im ganzen Land, einer Wanderausstellung, einer Webseite, Social Media und Hörspaziergängen bieten sie Einblicke in die Geschichte von insgesamt 53 Frauen und Organisationen aus den Bereichen Politik, (Land-) Wirtschaft, Kunst, Medizin, Soziales, Bildung und Wissenschaft. Sie sollen heute in Brandenburg lebende Menschen inspirieren und Mut machen.

 

Adresse der Gedenktafel:

FrauenOrt Cottbuser Stadtverordnete

Stadthaus Cottbus | Erich Kästner Platz 1 | 03046 Cottbus

 

Informationen zum FrauenOrt für die Cottbuser Stadtverordneten:

www.frauenorte-brandenburg.de/cottbuser-stadtverordnete/