Weg des Ruhms
Sportlerinnen und Sportler, die mit Cottbus verbunden sind und Sportgeschichte geschrieben haben: ihre größten Erfolge, ihr Weg in die Weltspitze und das, was nach der Karriere kam.
Am Weg führt ein QR-Code direkt zum jeweiligen Porträt.
Der Weg des Ruhms
Cottbus ist eine Sportstadt. Der Weg des Ruhms erinnert an Sportlerinnen und Sportler, die hier gelernt, trainiert oder gelebt haben und bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften Medaillen gewonnen haben.
Jedes Porträt erzählt, wie die Karriere begann, welche Erfolge sie prägten und welchen Weg die Athletinnen und Athleten danach gegangen sind. Der Weg des Ruhms wächst: Weitere Porträts kommen nach und nach hinzu.
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Die Porträts
3 Porträts, alphabetisch nach Nachnamen. Tippen Sie auf einen Namen, um das Porträt zu öffnen.
Gunhild Hoffmeister Leichtathletik · geboren 1944
GH
Geboren6. Juli 1944 in Forst (Lausitz)
SportartLeichtathletik
Mittelstrecke · 800 m und 1500 m
VereinSC Cottbus
Olympische MedaillenSilber 1500 m – München 1972
Bronze 800 m – München 1972
Silber 1500 m – Montreal 1976
3 Olympia-MedaillenEuropameisterin 197417 DDR-Meistertitel
Die Leichtathletin des SC Cottbus hat auf der Mittelstrecke über 800 und 1500 Meter drei olympische Medaillen gewonnen: In München 1972 holte sie über 1500 m Silber und im 800-m-Lauf Bronze. 1976 krönte sie bei den Olympischen Spielen im kanadischen Montreal ihre Karriere mit Silber über 1500 m.
Ein deutscher Rekord – bis heute
Mit diesen drei Medaillen bei Olympia hält Gunhild Hoffmeister bis heute einen deutschen Rekord: Sie allein schaffte es auf der Mittel- und Langstrecke, drei Olympiamedaillen zu gewinnen. Als einzige deutsche Läuferin gelang es ihr zudem, Medaillen bei zwei Olympischen Spielen auf diesen Strecken zu gewinnen.
Weitere Erfolge
- 19712. Platz EM, 1500-Meter-Lauf
- 19721. Platz Hallen-EM, 800 Meter; Weltrekord im 1000-m-Lauf: 2:35,9 min. (20. August, Potsdam)
- 1974Europameisterin in Rom, 1500 m, 2. Platz über 800 m.
- DDRGunhild Hoffmeister gewann 17 DDR-Meistertitel, wurde sechsmal Doppelmeisterin über 800 und 1500 Meter.
Nach der Karriere: Schule, Reha und Natur
Nach dem Ende ihrer Karriere im Jahre 1976 – Tochter Kerstin wurde bereits 1967 geboren – wurde die Diplomsportlehrerin stellvertretende Direktorin an der KJS in Cottbus. Und sie fand im Sport auch ihr privates Glück. Mit SCC-Trainer Bodo Heinemann wurde sie ein Paar, zog nach Berlin um, heiratete 2004 und orientierte sich beruflich neu.
Beide wechselten in den Reha-Bereich und fanden als Sporttherapeuten im Unfallkrankenhaus Berlin einen neuen Arbeitgeber. Zu Hause ist das Paar in Berlin-Lichtenberg sowie auf der Datsche in Groß Köris an einem Dahme-See, mitten in der Natur.
Stand: 20. April 2026 · Zur Übersicht aller Porträts
Martina Jentsch Gerätturnen · geboren 1968
MJ
Geboren22. März 1968 in Leipzig
SportartGerätturnen
Turnen der Frauen
VereinTrainingszentrum Turnen und KJS Cottbus, SC Einheit Dresden
Olympische MedaillenBronze Mannschaft – Seoul 1988
Olympia-Bronze 19882 × WM-BronzeMehrfache DDR-Meisterin
Martina Jentsch hat eine Ära im DDR-Gerätturnen der Frauen in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre mit geprägt.
Das Cottbuser Trio in der Weltspitze
Ein Cottbuser Trio – mit Ulrike Klotz und Dagmar Kersten – gehörte damals zur DDR-Frauenriege, die von Welt- und Europameisterschaften stets Medaillen-gekrönt heimkehrte. Neben zweimal WM-Bronze mit der Mannschaft 1985 und 1987 sowie Mehrkampf-Siebente bei WM und EM wurde Martina Jentsch auch mehrfache DDR-Meisterin. Zum absoluten Höhepunkt gestaltete sich für sie die olympische Bronze-Medaille 1988 in Seoul mit der Mannschaft.
Von Cottbus nach Dresden
In Cottbus gelangte das Bewegungstalent über das Trainingszentrum Turnen und die Kinder- und Jugendsportschule zu ihrer ersten Trainerin Karin Hetzke. Ab der 5. Klasse, Anfang der 1980er-Jahre, nahm die Karriere beim SC Einheit Dresden unter Trainer Volker Parsch Fahrt auf.
„Ich hatte viel Glück mit meinem Trainer, der mich bis in die Weltspitze führte.“
– Martina Jentsch
Weitere Erfolge
- 1985Weltmeisterschaft Bronze Mannschaft und 7. Mehrkampf in Montreal
- 1986DDR-Meisterin Boden und Pferdsprung
- 1987DDR-Meisterin Boden, Europameisterschaft 7. Mehrkampf in Moskau, Weltmeisterschaft Bronze Mannschaft in Rotterdam
- 1988Olympia Bronze Mannschaft in Seoul
Nach der Karriere: vom Turnboden in die Boutique
Nach ihrer Karriere sollte es zunächst eine Zukunft im Sport, später als Restaurantfachfrau geben. Gepasst hatte es aber erst, als eine Boutique in Cottbus mit einer Festanstellung als Verkäuferin von Damenmode lockte.
„Schon während der Sportkarriere hatte ich immer ein Faible für Klamotten“, schildert die Ex-Turnerin, dass sie als Verkäuferin in die Boutique „Arina“ seit 2002 in ihrem Metier angekommen war. Sechs Jahre später übernahm sie das Geschäft. Seither bot sie in der „guten Stube“ von Cottbus, dem Altmarkt, „Die etwas andere Mode“ an.
Stand: 30. Oktober 2026 · Zur Übersicht aller Porträts
Sylvio Kroll Gerätturnen · geboren 1965
SK
Geboren29. April 1965 in Lübben (Spreewald)
SportartGerätturnen
Turnen der Männer
VereinSC Cottbus
Olympische Medaillen2 × Silber
2 × Olympia-SilberWeltmeister 1985 und 19879 WM- und 5 EM-Medaillen
Sylvio Kroll ist einer der erfolgreichsten deutschen Gerätturner. In dem Jahrzehnt seiner Karriere bis 1992 brachte er es auf neun WM- und fünf EM-Medaillen sowie zwei olympische Silbermedaillen.
Weltmeister, Europameister – und der „Kroll“
Er wurde Weltmeister am Barren (1985) und im Sprung (1987) sowie Europameister im Sprung (1985). Bei Olympia in Seoul 1988 verpasste er die Goldmedaille im Sprung um die Winzigkeit von 0,013 Punkten.
Mit dem nach ihm benannten „Kroll“ – einem Doppelsalto mit anderthalb Drehungen im Sprung – etablierte er sich und den SC Cottbus auf der internationalen Turn-Bühne.
Entdeckt in Lübben, geformt in Cottbus
Entdeckt und geformt wurde das Talent in seiner Heimatstadt Lübben im Spreewald von Übungsleiter Guido Janz, dem Vater der bisher einzigen deutschen Doppel-Turn-Olympiasiegerin Karin Janz. Beim SC Cottbus wurde Kroll unter Cheftrainer Bernd Heide und Trainer Fred Neumann zu einem Athleten, der in seinen Übungen Schönheit mit dynamischer Bewegung exzellent verband.
Weitere Erfolge
- 1982DDR-Meister und Bronze bei den Junioren-EM jeweils in Sprung.
- 1984Gold im Sprung, Silber im Team bei „Ersatz-Olympia“ in Olomouc.
- 1985WM-Silber am Reck und jeweils Bronze im Mehrkampf und mit der Mannschaft.
- 1986Weltcupsieger im Sprung.
- 1987WM-Bronze mit der Mannschaft.
- 1989WM-Silber im Sprung in Stuttgart und mit der Mannschaft.
- 1992WM-Bronze mit der Mannschaft.
Nach der Karriere: vom Sportamt an den Olympiastützpunkt
Nach dem Ende seiner Karriere wechselte das Turn-Ass ins Sportamt von Cottbus. Zehn Jahre lang war er zudem Turnierdirektor des weltweit anerkannten „Turniers der Meister“. Über die Station Olympiastützpunkt (OSP) Stuttgart gelangte er 2009 nach Frankfurt (Oder) an den OSP. In der Stadt und privat hat er hier eine neue Heimat gefunden.
Seine Kinder aus erster Ehe, Lisa und Lukas, lernten als Trampolin-Springerin und Turner ebenfalls an der Sportschule in Cottbus. In Frankfurt (Oder) hat Sylvio Kroll zum regelmäßigen Seniorenturnen gefunden. Viel lieber aber tanzt er mit seiner Ehefrau Simone Standard und Latein.
Stand: 4. August 2026 · Zur Übersicht aller Porträts
Der Weg des Ruhms wird fortgesetzt. Weitere Porträts von Cottbuser Sportlerinnen und Sportlern folgen.