„Wenn jede Minute zählt“ las ich, als ich mir das Bewerbungsformular für die Notfallsanitäter-Ausbildung in Cottbus ansah. Wenn jede Minute zählt. Dann entscheidest du.
Solch eine Verantwortung für die Mitmenschen meiner Heimatstadt zu tragen und ihnen an einem ihrer vielleicht schlimmsten Tage beizustehen, das ist glaube ich nicht immer der leichteste Beruf. Aber ein sehr bedeutsamer. Genau das möchte ich machen.
In meinen Praktika an der damaligen Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH und dem DRK-Blutspendedienst Nord-Ost habe ich mein schon frühes medizinisches Interesse entfalten dürfen. Ja, das Gesundheitssystem soll es definitiv werden. Dort fühlt es sich so an, als dürfte ich meinem Dasein einen besonderen Sinn verleihen.
Die Präklinik hat mich allerdings am meisten fasziniert: Der Rettungsdienst ist als erstes da, wenn jemand medizinische Hilfe benötigt. Vor allem bei Notfällen ist die Erstversorgung entscheidend. Mit dieser Tätigkeit könnte ich vielleicht eines Tages etwas an die Stadt, die mich von Geburt an großgezogen hat, zurückgeben. Ja, das möchte ich machen. Da bewerbe ich mich.
Nach einem dreistufigen Auswahlverfahren dann der Anruf: „Ich darf Ihnen gratulieren!“.
Voller Freude und Aufregung fieberte ich der Einführungswoche entgegen.
In dieser durfte ich nicht nur meine beiden Mitauszubildenden kennenlernen, sondern auch die anderen neuen Azubis und Studenten der Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz.
Wir haben im Stadtmuseum erstmal erfahren, worauf wir uns die nächsten Jahre freuen dürfen, bevor wir anschließend einen unterhaltsamen Theaterworkshop besuchten und unseren Ausbildungs- und Studienstart mit einer Drachenbootregatta gegen unsere zukünftigen Ausbilder und einem gemeinsamen Grillen besiegelten.
Danach ging es für uns drei Notfallsanitäter-Azubis auf unsere Wache in der Welzower Straße. Ich habe mich noch nie in einem Betrieb so willkommen gefühlt wie dort.
Vor allem das generelle Duzen aller neuen Kollegen und Kolleginnen schafft eine sehr angenehme und vertrauensvolle Atmosphäre.
Als Azubi fühlt man sich hier erwünscht und wird als Kollege involviert, statt als zusätzlicher Ballast gesehen und in der Ecke abgestellt zu werden.
Bevor es für uns in den ersten Schulblock ging, durften wir von den frisch Ausgelernten und den Azubis im dritten Lehrjahr schon viel Theorie erlernen und diese dann in den kurz darauf folgenden ersten Einsatzfahrten anwenden. Dafür war ich sehr dankbar. Man wird hier mit einem Feingefühl an die Hand genommen, welches eine Überforderung kaum zulässt.
Ich freue mich sehr auf die folgenden Jahre und bin sehr froh darüber, mir hier eine Zukunft aufbauen zu dürfen.