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Workshop bei der Agentur für Arbeit: „Wenn anders sein normal ist“ – Auszubildende setzen sich mit Inklusion und Barrierefreiheit auseinander

Wie gelingt eine Verwaltung, die allen Menschen offensteht? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Auszubildenden der Agentur für Arbeit Cottbus im Rahmen des Workshops „Wenn anders sein normal ist“. Als Referierende waren die Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderungen, Gudrun Obst, sowie der Beauftragte des Oberbürgermeisters für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Dr. Normen Franzke, eingeladen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Bedeutung von Teilhabe und Inklusion im Verwaltungshandeln. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus der täglichen Beratungsarbeit erhielten die angehenden Fachkräfte einen Einblick in die Herausforderungen, denen Menschen mit Behinderungen im Kontakt mit Behörden begegnen. Dabei wurde deutlich, dass Barrierefreiheit weit mehr bedeutet als Rampen oder Aufzüge. Ebenso wichtig sind verständliche Sprache, transparente Verwaltungsverfahren, verlässliche Ansprechpartner und eine wertschätzende Haltung gegenüber den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.

„Barrierefreie Beratung beginnt nicht an der Eingangstür eines Verwaltungsgebäudes, sondern mit der Haltung der Menschen, die beraten“, betonte Dr. Normen Franzke. Ziel müsse es sein, Menschen ernst zu nehmen, verständlich zu kommunizieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Gerade für Menschen mit Behinderungen seien Orientierung, Geduld und ein respektvoller Umgang oftmals entscheidend.

Gudrun Obst ergänzte den fachlichen Input durch Beispiele aus der Arbeit des Beirates für Menschen mit Behinderungen. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, den Betroffenen zuzuhören und ihre Perspektiven ernst zu nehmen. Häufig sei bereits das Gefühl, mit einem Anliegen wahrgenommen zu werden, ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer guten Lösung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war die Sensibilisierung für die unterschiedlichen Formen von Behinderungen und die daraus resultierenden Anforderungen an Beratungsgespräche. Gemeinsam diskutierten die Auszubildenden, wie sie sich auf Gespräche mit Menschen mit körperlichen, geistigen, psychischen oder Sinnesbehinderungen vorbereiten können und welche Barrieren im Verwaltungsalltag häufig übersehen werden. Der Workshop lebte vom offenen Austausch zwischen den Referierenden und den Teilnehmenden. Die Auszubildenden brachten eigene Erfahrungen ein, diskutierten Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Ideen, wie Verwaltungsleistungen künftig noch zugänglicher gestaltet werden können.

Mit der Veranstaltung unterstreicht die Agentur für Arbeit Cottbus die Bedeutung einer inklusiven Verwaltung und einer kundenorientierten Beratung. Die frühzeitige Sensibilisierung der Nachwuchskräfte für die Belange von Menschen mit Behinderungen leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Barrieren abzubauen und Teilhabe im Verwaltungsalltag selbstverständlich werden zu lassen.