Der Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus/Chóśebuz hat sich in seiner Sitzung am 25. August 2026 mit zahlreichen konkreten Fragen der Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe in der Stadt beschäftigt. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Barrieren im öffentlichen Raum, der öffentliche Personennahverkehr, inklusive Spielplätze, die medizinische Versorgung sowie die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an kommunalen Entwicklungen.
Ein Schwerpunkt der Beratung lag auf der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Der Beirat befasste sich unter anderem mit der Situation in der Deffkestraße, der Barrierefreiheit am Merzdorfer Aussichtspunkt am Cottbuser Ostsee sowie mit Fragen zu Behindertenparkplätzen und der Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen.
Auch die Problematik falsch abgestellter E-Roller wurde erneut aufgegriffen. Auf Gehwegen abgestellte oder liegende Roller können insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu erheblichen Hindernissen werden. Der Beirat sieht hier weiterhin Handlungsbedarf. Eine Anfrage an die zuständige Stelle der Stadtverwaltung wurde bereits gestellt.
Intensiv beschäftigt sich der Beirat zudem mit dem barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr. Neben der barrierefreien Gestaltung von Fahrgastinformationen wurden die vorliegenden Stellungnahmen zur barrierefreien Gestaltung von Straßenbahnhaltestellen beraten und bestätigt. Diese wurden inzwischen an Cottbusverkehr übermittelt. Der Beirat hebt dabei ausdrücklich die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Cottbusverkehr hervor.
Ein weiteres wichtiges Thema sind Spielplätze für alle. Aus Sicht des Beirates muss Barrierefreiheit bereits bei der Planung, Erneuerung und Weiterentwicklung von Spielplätzen berücksichtigt werden. Ziel sollte sein, grundsätzlich auch Spielmöglichkeiten vorzusehen, die von Kindern mit Behinderungen genutzt werden können. Dabei geht es nicht allein um einzelne Spielgeräte, sondern ebenso um deren barrierefreie Erreichbarkeit. Bei der weiteren Bearbeitung soll auch der Kinder- und Jugendbeirat einbezogen werden.
Auch die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen bleibt auf der Agenda. Informiert wurde über den aktuellen Sachstand zum geplanten Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen (MZEB). Die Bedarfsermittlung und die Schaffung einer belastbaren Datengrundlage werden weiter vorangetrieben.
Weitere Beratungen betrafen unter anderem die digitale Barrierefreiheit der Stadtverwaltung, Barrierefreiheit und Inklusion im LEAG Energie Stadion, die Mensa der BTU Cottbus-Senftenberg, öffentliche Toiletten, inklusive Kultur- und Bildungsangebote, Sport sowie Fragen des Katastrophenschutzes und der Krisenvorsorge.
„Barrierefreiheit entscheidet sich häufig an ganz konkreten Alltagssituationen – am Gehweg, an der Haltestelle, auf dem Spielplatz oder beim Zugang zu Informationen und medizinischer Versorgung. Genau diese Hinweise müssen wir aufnehmen und gemeinsam mit den zuständigen Stellen in konkrete Verbesserungen übersetzen“, erklärt Dr. Normen Franzke, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus/Chóśebuz.
Die Vorsitzende des Beirates, Gudrun Obst, unterstreicht die Bedeutung einer aktiven Beiratsarbeit: „Unser Anspruch ist es, die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen frühzeitig in Planungen und Entscheidungen einzubringen. Gleichzeitig wollen wir für die konkreten Anliegen der Menschen in unserer Stadt ansprechbar sein und diese konsequent weiterverfolgen.“
Anliegen und Hinweise ausdrücklich erwünscht
Der Beirat versteht sich als öffentlicher Ansprechpartner für Menschen mit Behinderungen, Angehörige sowie Bürgerinnen und Bürger, die Hinweise, Anregungen oder konkrete Anliegen zu Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in Cottbus/Chóśebuz einbringen möchten.
Themen und Anliegen können jederzeit an den Beirat herangetragen werden:
Telefon: 0355 612 2022
E-Mail: behindertenbeirat@cottbus.de
Die eingehenden Hinweise werden aufgenommen und – je nach Anliegen – im Beirat beraten oder gemeinsam mit den zuständigen Stellen weiterverfolgt.
Gleichzeitig möchte der Beirat seine Arbeit noch transparenter und sichtbarer machen. Die Protokolle der Beiratssitzungen sollen künftig auf der Internetseite des Beirates öffentlich zugänglich gemacht werden. Damit können Interessierte nachvollziehen, welche Themen aktuell beraten werden, welche Handlungsbedarfe gesehen werden und wie die weitere Bearbeitung erfolgt. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen wird die in der Sitzung angesprochenen Themen und vereinbarten Aufgaben weiterverfolgen und sich auch künftig dafür einsetzen, dass Barrierefreiheit und Teilhabe von Anfang an mitgedacht werden.
Protokoll: Sitzung des Beirates für Menschen mit Behinderungen vom 25.08.2026