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In eigener Sache: Lesetipp zum Thema Inklusion

INKLUSION geht uns alle an!!!

In meiner Funktion als Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen möchte ich heute auf eine Publikation aufmerksam machen, die ich für besonders lesenswert halte. Die Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)“ der Bundeszentrale für politische Bildung widmet eine gesamte Ausgabe dem Thema „Inklusion“. Dabei wird deutlich, wie vielfältig dieses Thema ist: Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Situation von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt, mit inklusiver Bildung, gesellschaftlichen Einstellungen sowie mit der grundlegenden Frage nach Inklusion als Menschenrecht.

Für meine Arbeit vor Ort ist dabei ein Gedanke besonders wichtig: Inklusion beginnt nicht erst dort, wo eine konkrete Barriere beseitigt werden muss. Sie beginnt bei der Frage, wie wir unsere Stadt, unsere Angebote und unser Zusammenleben von Anfang an so gestalten, dass möglichst alle Menschen selbstverständlich daran teilhaben können.

Die Publikation greift hierzu auch das soziale Verständnis von Behinderung auf: Nicht allein eine individuelle Beeinträchtigung behindert einen Menschen. Behinderung entsteht vielmehr im Zusammenspiel mit baulichen, gesellschaftlichen und kulturellen Barrieren, die Teilhabe erschweren oder verhindern. Und weil viele dieser Barrieren von Menschen geschaffen wurden, können sie auch von uns verändert werden.

Deutschland hat sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention umfassend zur Inklusion verpflichtet. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen – beispielsweise im Bildungs- und Gesundheitswesen, bei der Barrierefreiheit oder beim Zugang zu Informationen. Auch die Digitalisierung kann Teilhabe erleichtern, wenn sie barrierefrei und niedrigschwellig gestaltet wird.

Inklusion ist deshalb keine Aufgabe für einige wenige. Sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Und sie betrifft nicht ausschließlich Menschen mit Behinderungen. Eine barrierefreie und inklusive Stadt kommt vielen Menschen zugute – älteren Menschen ebenso wie Familien mit Kindern und Menschen, die vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die APuZ-Ausgabe liefert dazu viele interessante Denkanstöße – auch solche, über die man unterschiedlicher Auffassung sein und miteinander diskutieren kann.

Deshalb meine Empfehlung in eigener Sache: Lesen, diskutieren und gemeinsam weiterdenken. Denn Teilhabe entsteht vor allem dort, wo wir Barrieren erkennen und bereit sind, sie gemeinsam abzubauen.

Ihr
Dr. Normen Franzke
Beauftragter des Oberbürgermeisters für die Belange von Menschen mit Behinderungen

APuZ zum Thema: Inklusion