Wie barrierefrei ist der öffentliche Nahverkehr in Cottbus – und wo besteht noch Handlungsbedarf? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus/Chóśebuz in seiner Sitzung am 22. September 2026 bei Cottbusverkehr. Im Mittelpunkt standen die neuen Straßenbahnen, barrierefreie Haltestellen sowie eine verständliche Fahrgastinformation.
Gemeinsam mit Cottbusverkehr wurden konkrete Fragen zur Nutzung der Straßenbahnen durch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen erörtert. Themen waren unter anderem die Erkennbarkeit der Einstiegsbereiche, die Erreichbarkeit und Funktion der Türtaster, Rollstuhlstellplätze, Haltemöglichkeiten sowie die Rampensysteme. Nach Abschluss der Testphase der neuen Straßenbahnen soll der praktische Austausch fortgesetzt werden. Der Beirat möchte die Fahrzeuge gemeinsam mit Cottbusverkehr nochmals aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer betrachten. Deutlich wurde zugleich: Barrierefreie Fahrzeuge allein reichen nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Fahrzeug, Haltestelle, Information und Unterstützung beim Ein- und Ausstieg. Deshalb sprach sich der Beirat dafür aus, den barrierefreien Ausbau der Haltestellen weiter voranzutreiben und bestehende Handlungsbedarfe systematisch zu betrachten.
Auch die digitale Barrierefreiheit der Stadtverwaltung stand auf der Tagesordnung. Bereits vorgenommene Verbesserungen, etwa bei Kontrasten und Schriftgrößen, wurden positiv bewertet. Gleichzeitig sieht der Beirat weiteren Verbesserungsbedarf bei Übersichtlichkeit und Struktur des Internetauftritts. Künftig sollen weitere Hinweise aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen gesammelt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Beraten wurde unter anderem über inklusive Spielplätze, das Umfeld des MUL-CT, das Apothekenmuseum, die Lagune, das LEAG Energie Stadion, falsch abgestellte E-Roller, barrierefreie Ladesäulen, die Mensa der BTU sowie öffentliche Behindertentoiletten. Darüber hinaus befasste sich der Beirat mit dem geplanten Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen (MZEB), mit Katastrophenschutz und Krisenvorsorge sowie mit inklusiven Kultur-, Bildungs- und Sportangeboten. Für den Bereich Katastrophenschutz soll eine Arbeitsgruppe die besonderen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen bündeln und einen weiteren Austausch mit der Verwaltung vorbereiten.
Die Sitzung machte deutlich, dass Barrierefreiheit viele Bereiche des täglichen Lebens betrifft – von der Straßenbahntür über den Spielplatz und die öffentliche Toilette bis hin zum Internetauftritt der Stadt. Der Beirat wird die angesprochenen Themen gemeinsam mit Verwaltung, kommunalen Unternehmen und weiteren Partnern weiterverfolgen.
Ansprechpartnerin:
Frau Gudrun Obst (Beiratsvorsitzende)
Tel.-Nr.: 0355 612 2022
Mail: behindertenbeirat@cottbus.de