Wie barrierefrei ist der Weg zum Medizinischen Universitätsklinikum Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT)? Dieser Frage gingen der Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus/Chóśebuz und der Beirat für Menschen mit Behinderungen im Rahmen einer gemeinsamen Vor-Ort-Begehung nach. Anlass waren mehrere Hinweise aus der Bürgerschaft, die auf bestehende Barrieren im Umfeld des Klinikums aufmerksam gemacht hatten.
Im Mittelpunkt der Begehung standen die Straßenbahn- und Bushaltestellen, die Fußwege und Querungsstellen sowie die Orientierung vor dem Klinikgelände. Darüber hinaus wurden die Ausschilderung der Behindertenparkplätze, die Wegeführung zu den Eingängen und die Ausstattung mit taktilen Bodenindikatoren überprüft. Die Begehung machte deutlich, dass das Umfeld des MUL-CT bereits zahlreiche positive Ansätze aufweist. Die gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und die laufende Weiterentwicklung des Klinikstandortes bilden eine wichtige Grundlage für eine barrierefreie Infrastruktur. Gleichzeitig wurden verschiedene Bereiche identifiziert, in denen Verbesserungsbedarf besteht.
Zu den wesentlichen Feststellungen gehören unter anderem beschädigte Gehwegoberflächen, die insbesondere für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen ein Hindernis darstellen. Darüber hinaus wurden fehlende beziehungsweise nicht durchgängige taktile Bodenindikatoren festgestellt, die die Orientierung blinder und sehbehinderter Menschen erschweren können. Auch bei der Ausschilderung der Behindertenparkplätze sowie der Wegweisung zwischen den Haltestellen und den verschiedenen Klinikgebäuden wurde Optimierungsbedarf gesehen. An einzelnen Haltestellen wurden zudem Engstellen festgestellt, die die nutzbare Bewegungsfläche einschränken und insbesondere bei höherem Fahrgastaufkommen zu Nutzungskonflikten führen können. Barrierefreiheit beginnt nicht erst an der Eingangstür eines Gebäudes. Sie umfasst die gesamte Mobilitätskette – von der Anreise mit Bus oder Straßenbahn über sichere und gut nutzbare Fußwege bis hin zu einer verständlichen Orientierung auf dem Gelände. Gerade an einem Universitätsklinikum müssen alle Menschen die Möglichkeit haben, ihr Ziel möglichst selbstständig und ohne vermeidbare Barrieren zu erreichen.
Die Ergebnisse der Begehung werden in einem ausführlichen Prüfbericht dokumentiert. Dieser enthält neben einer Fotodokumentation auch konkrete Handlungsempfehlungen und priorisierte Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Barrierefreiheit. Der Bericht soll den zuständigen Akteuren als Grundlage für den weiteren Austausch und die schrittweise Umsetzung geeigneter Maßnahmen dienen.
Der Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen und der Beirat für Menschen mit Behinderungen bedanken sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihren Hinweisen auf bestehende Barrieren aufmerksam gemacht haben. Rückmeldungen aus der Praxis leisten einen wichtigen Beitrag dazu, den öffentlichen Raum kontinuierlich weiterzuentwickeln und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen zu stärken.